Dienstag, 18. Dezember 2012

Goa, Hampi und Tamil Nadu

Sooo,

nach langer Wartezeit bin ich wieder da - und diesmal auch wieder mit Bildern!!!

Hoff ihr habt mich nich allzusehr vemisst :)

Die letzten Tage in Goa

Nachdem Jo sich ja Anfang Dezember aus Indien verzogen hat um sich weiter in Neuseeland zu vergnuegen (hoff es geht dir da gut, Jo!)...

 unser Abschiedsbierchen


hab ich mich noch ein wenig dem lauen Strandleben hingegeben und hab eine weitere Woche an einem suedlichen und sehr ruhigen Strand in Goa verbracht. Wieder in einer kleinen Huette, ca 30 Meter vom Strand entfernt...einfach herrlich!!

 meine kleine bescheidene Huette

Ich hatte schon nen bisschen schlechtes Gewissen solange am Strand zu gammeln, aber das is wohl ein Phaenomen von Goa, denn fast alle die ich getroffen hab waren schon laenger da als geplant. 
Aber bei solchen wunderschoenen Eindruecken kann man das wohl auch verstehen:

 Jedes Mal wieder ein Erlebnis: Der Sonnenuntergang ueberm Meer!

Doch Indien hat ja noch sooo viel mehr zu bieten - vor allem da Goa sehr touristisch ist und nicht das vorweist  (das Chaos, die neugierigen Inder, die indische Kultur) was sonst Indien fuer mich bisher ausgemacht hat. Ausserdem hat mich wieder das Abenteuerfieber gepackt und so hab ich aus meiner heimischen Huete ausgecheckt und bin mit meinem Rucksack an einen paar Kilometer weiter entfernten Strand gewandert.  Dieser heisst Turtle-Beach (SchildkroetenStrand), und ist Reservat-maessig geschuetzt da zu bestimmten Zeiten hier wirklich Schildkroeten kommen um ihre Eier abzulegen. Dieses Schauspiel wollte ich mir natuerlich nich entgehen lassen und da es an diesem Strand keine Hotels gab plante ich dort eine Nacht im Zelt zu verbringen um mir des Nachts die Schiuldkroeten anzuschauen.

Bepackt wirkte ich am Strand eher wie ein Ausserirdischer. Eine Frau hat mich sogar gefragt ob ich grad eben von einem Flugzeug abgesprungen waere :)
Leider hat sich rausgestellt, dass die Schildkroeten eher um den Vollmond herum auftauchen, aber der fast leere Strand war dennoch umwerfend schoen - vor allem wieder beim Sonnenuntergang :)

Hab auch nich im Zelt uebernachtet sondern in einer der von den vereinzelten Restaurants zur Verfuegung gestellten Haengematten. Wunderschoen - keiner da, nur das Rauschen der Wellen und das Funkeln der Sterne.

Am naechsten Morgen - nach einem erfrischenden morgendlichen Badespass - gabs dann noch ein leckeres Fruehstueck und danach einen entspannten Tag am Strand bevor es zurueck ging und ueber Nacht im Bus in die Stadt Hampi.

 Hampi

 Hampi ist mal wieder eine heilige Stadt, die vor allem beruehmt ist durch ihre alten Tempel-Ruinen und die riesigen Felsbrocken die ueberall rumliegen. Sieht auf jeden Fall sehr beeindruckend aus! Auf der Busfahrt dahin hab ich den Englaender Nick kennengelernt und mich auf Anhieb mit ihm verstanden sodass wir dann nen Hotelzimmer geteilt und meine 3 Tage dort gemeinsam verbracht haben.


Die alten Tempel sind in einem ca 4 km Radius um die Stadt verteilt und lassen sich fast ausschliesslich kostenlos begehen. Trotzdem hat man nach der 10. Ruine genug gesehen und kann sich einfach an dem gesamten Eindruck erfreuen. Und der ist bei dem Farbspiel der Roten Felsen, der grauen Ruinen und der gruenen Palmen einfach fantastisch!

Die riesigen Felsen laden zum Rumklettern und Spielen ein. Nick hats natuerlich mal wieder uebertrieben und so muss ich wieder alles richten wie man sieht :)

 Auch in Hampi sind die Sonnenuntergaenge bezaubernd...

 ...und heben den sowieso schon roetlichen Teint der Landschaft noch mehr hervor!

 Nick, mein temporaerer Begleiter. Hat echt Spass gemacht mit dir!!!


Am 3. Tag haben wir uns dann nen Motorrad geliehen. Zwar sas er noch nie auf einem und meine Erfahrung beschraenkt sich auf 10 Minuten Training in Brasilien und eine 10 Minuten Einweisung von Jo vor einigen Tagen. Aber wie gesagt: "Everything is possible in India!" Und Mutti, ehe du nen Herzkoller bekommst: Ja wir waren vorsichtig und Verkehr gabs da sowieso kaum!

 War schon nen geiles Gefuehl so frei aufm Mopped durch diese herrliche Landschaft zu duesen!


 Zwischendurch dann mal wieder ne kleine Staerkung in einem der gemuetlichen Restaurants abseits der Strasse!

 An einem der Badeseen war eine Stelle die zum Cliff-Jump gedacht war. Ca 6 Meter stuerzten wir uns todesmutig ins kuehle Nass!



 Und da es wirklich sehr warm war nutzen sogar einige Affen eine Wasserstelle zur Abkuehlung!


So schoen Hampi auch war (mal wieder ein Ort an dem man haengenbleiben konnte) so merkte ich doch dass meine Tage in Indien so langsam gezaehlt sind (am 22.12. gehts weiter nach Perth, Australien), und so machte ich mich wieder ueber Nacht auf in den Staat Tamil Nadu in die Stadt Ooty, eine Stadt in den Nilgiri-Bergen. Doch die lange Fahrt bot mir einen Zwischenstopp in Mysore.

Mysore

Obwohl ich nur einen kleinen 5 Stunden-Aufenthalt hatte nutzte ich die Zeit mir einen kleinen Ueberblick ueber die sehr europaeische Stadt  zu verschaffen.
Sie ist zum Einen beruehmt fuer ihren Palast...


...einen heiligen Huegel, der allerdings auf einiger Wolken keine schoenen Ausblicke bot,

...ihre Beedee-Herstellung (das sind kleine Zigaretten, komplett aus natuerlichem Tabak)...
 und ihren Oelen.

Bei einem Bummel ueber den Markt wuerden auch wieder die viel verbreiteten natuerlichen Farbpulver angeboten.

Bei so einem Anblick hat man Lust den ganzen Stand aufzukaufen und sein eigenes Holy-festival zu starten :)
 Doch wie gesagt gings nach einigen Stunden schon wieder im Bus weiter in den Staat Tamil Nadu - endlich wieder in meine geliebten Berge! Es wird zwar spoettisch das "Himalaya fuer Arme" genannt aber bietet dennoch ceinige wunderschoenen Ausblicke und Natureindruecke.
Ich warte grad auf den Bus nach Kodikanal, in deren Umgebung ich meine letzten Tage in Indien verbringen werde bevor ich am 22. von Kocki nach Perth fliege! Die letzten Eindrueck werden beim naechsten Mal folgen!
Also bis dahin euch ein paar wunderschoene Tage bis Weihnachten, geniesst es!
Und ich muss mich ja doch noch mal entschuldigen, da mein Kommentar vom letzten Mal doch einiges Aufsehen erregt hat: Natuerlich weiss ich, dass auch das schneereiche Winterwetter seine Vorteile hat und auch jetzt geneisse ich abends hier die doch sehr frische Bergluft. Die Naechte koennen hier momentan auch echt kuehl werden! Trotzdem geniesse ich auch die waermende Sonne am naechsten Morgen! Also es hat alles seine Vor- und nachteile. Wichtig is einfach nur: Macht das Beste draus!!!

In dem Sinne liebste Gruesse an euch alle!

Alex


Mittwoch, 5. Dezember 2012

Incredible India - Teil 2

Hallo meine lieben Leser,

wie schon angekuendigt wird sich dieser Beitrag wieder mehr auf Bilder konzentrieren.
Hab ja auch seit meinem letzten Beitrag einiges nachzuholen, da ich ja wie ihr wisst immer noch mit Jo reise und man da gemeinsam schon weniger Zeit findet sich mal in Ruhe ins Internetcafe zu setzen. Aber ich will euch ja aufm Laufenden halten und so nehm ich mir doch mal ein wenig Zeit die neuesten Eindruecke vom kunterbunten india!

Delhi und Touri-Reise

Entgegen meiner ueblichen Art zu reisen haben Jo und ich zusammen mit einem aelteren Brasilianer (Musiker) einen Fahrer und Hotels gebucht und haben unseren Indienaufenthalt mit 6 Tagen mehr oder weniger gefuehrtem Sightseeing begonnen. Hatten aber nen echt lustigen Guide und der verpeilte Brasilianer sorgte auch immer fuer ausreichend Gespraechsstoff! :)


Varanassi

...bekannt als die heilige Stadt, da sie am Ganges liegt und auch sonst Anzugspunkt fuer alle moeglichen Babas und Gurus ist.


Udaipur

Endlich ging es ein bisschen raus aus den Grossstaedten. Obwohl Udaipur eigentlich nur ein Zwischenhalt auf dem Weg nach Mt Abu war war es echt schoen und angenehm dort eine Nacht zu verbringen.

Mount Abu

Dieses kleine aber sehr touristische Bergstaedtchen ist grosser Anzugspunkt fuer urlaub machende Inder und war dementsprechend gefuellt, da viele Inder um das Dewali-Festival reisen. Nach einer Nacht in einem kleinen dreckigen Guesthouse zog es uns nach unserer schoinenen Tiger-Lake Erfahrung aber wieder raus in die Berge um das Doerfchen herum. Raus aus dem Grossstadtdschungel - rein in den natuerlichen Dschungel.

Pushkar

Wir hatten unsere Reise ja so geplant und einige Umwege in Kauf genommen um ab dem 22.11. in Pushkar zum beruehmten Kamelfestival zu gehen. Hauptteil war eine Tierauktion von ueber 200000 Kamelen, Pferden und Kuehen.

Goa

Nach dem ganzen Stadtbesichtigen haben Jo und ich uns dann entschlossen nach Goa zu fahren und dort das Strand- und Party-Leben ein wenig zu geniessen. Und da sind wir nun.
Da Indien verdammt gross ist und die Reise von Pushkar nach Goa dementsprechend weit ist entschied sich Jo zu fliegen, ich waehlte aber wieder einmal die billigere und indische Variante aus Bus und Bahn. Die ca 40 Stunden-Reise erwies sich aber als angenehmer als befuerchtet und viele nette indische Begegnungen machten die lange Fahrt sehr ertraeglich.
Nun geniessen wir hier die indische  Sonne und das Strand- und Partyleben unter der 30Grad warmen indischen Sonne!

 Ein Rundblick von meinem aktuellen Hausstrand (30 Meter von meiner kleinen Huette entfernt)




Update:
Jo ist mittlerweile auf seinem Weg nach Neuseeland und ich bin weiterhin in Goa um das Strandleben zu geniessen bevor ich mich kurz vor Weihnachten nach Perth-Australien aufmache um dort zu arbeiten um Geld fuer nen schoenes Autochen zu verdienen.
Jo, die Zeit war einfach super mit dir und ich wuensche dir eine mindestens genauso geniale Zeit in Neuseeland und Australien!

Update2:
Es gibt hier einen befluegelten Spruch: "Nothing is impossible in India" , "Nichts ist unmoeglich in Indien"! Leider war es Jo und mir trotzdem nich moeglich waehrend unserer gemeinsamen Zeit seine Bilder (er hat waehrend der gesamten Zeit das Fotografieren uebernommen) auf meinen USB Stick zu kopieren weshalb ich euch jetzt doch nochmal vertroesten muss und nur ein paar Strandbilder von Goa hochladen kann. Aber geniesst wenigstens sie (vor allem meine Leser aus dem kalten Deutschland!)

Daher viele warme Gruesse in die kalte Heimat! :P


Lasst es euch trotzdem gut gehen und bedenkt: Die nasse Kaelte hat auch was Gutes zum Beispiel...aehhh...naja...auf jeden Fall viele Gruesse!!!!

Alex

Donnerstag, 15. November 2012

Incredible India-Teil1

Ja, da ist mein letzter Eintrag aus Nepal noch gar nicht lange her und schon folgt ein Bericht aus Indien!

Am 1.11.2012 hab ich mich mit dem Bus 7Std von Pokhara zur Grenzstadt Sunauli aufgemacht. Ueber die (fehlende) Qualitaet der nepalesischen Busse hab ich mich ja schon reichlich ausgelassen und auch bei dieser Fahrt gab es keine Ausnahme. Dementsprechend kaputt kam ich schon in Sunauli an! Dort dann nochmal 20Minuten mit der Rikscha, dann zu Fuss ueber die Grenze und dann begann das Gewusel wie in jeder aermeren Grenzstadt...nur in Indien nochmal ein wenig hektischer: Jeder wollte mir ein Zugticket verkaufen, Geld wechseln, nen Guide andrehen...! Und das nach einer knappen 8Stunden Reise. Echt anstrengend. Und haette ich da schon gewusst was mich die naechsten 40 Std erwartet waer ich wahrscheinlich einfach umgekehrt und zurueck ins gemuetliche Pokhara gefluechtet. Aber so ging es fuer mich nach ca 1,5Std Grenzstadt-Erfahrung mit 100en von unterschiedlichen Zugauskuenften und unverschaemten Ticketpreisen und Wechselkursen auf eigene Faust per Bus fuer 3Stunden in Indiens naechste groessere Stadt mit Bahnhof. Und wer behauptet dass Busfahren in Indien angenehm sei kann auf jeden Fall nicht diese Strecke gemeint haben. Die Strasse hatte vielleicht 1 oder 2 Schlagloecher auf 100km weniger aber der Bus war genauso voll bepackt dass ich die Zeit im wahrsten Sinne des Wortes auf einer Arschbacke abgesessen hab!
Unter den vielen verschiedenen Aussagen die ich ueber das indische Zugsystem bekommen habe war auch die Info wo ich in der naechsten Stadt mein Ticket kaufen koennte. Ich entschied mich den Leuten zu glauben die meinten ich koennte es einfach am Bahnhof am Schalter kaufen und wuerd auch noch fuer diesen Abend ein Ticket nach Delhi bekommen. Die Fahrt sollte 14 Stunden dauern weswegen eine Ueber-Nacht-Fahrt doch angebracht ist. Am Bahnhof angekommen empfing mich eine Szene, ein Gemisch aus Festival-Campingplatz, Mediamarkt-Eroeffnung und wartende Menge vor einem Backstreetboy Konzert. Vor den Schaltern war natuerlich eine ebenso riesige Schlange doch nach einigem Umschauen entschied ich mich mich einfach anzustellen. Ich kam mir mal wieder vor wie der einzige westliche Tourist und so konnte ich auch so keine Unterstuetzung erwarten. Mit jeglichen Gespraechsversuchen auf englisch stiess ich bei den um mich herumstehenden Indern auch nur auf irritierte Blicke und verhaltenes Schweigen oder Hindi-Erklaerungen, die ich meinerseits mit einem wohl eher daemlichen Blick beantwortete. Nach ein paar Minuten kam dann ein englischsprachiger Security Guide auf mich zu der meinte ich solle an den gegenueberliegenden Schalter gehen. Da dieser ein wesentlich kuerzere Schlange aufwies folge ich gerne seinem Rat. Doch da verwies man mich wieder an einen anderen Schalter und dort zurueck in die lange Schlange. Also wieder zurueck am Anfang...oder vielmehr am Ende. Dann kam wieder ein anderer Security und meinte ich koenne hier ueberhaupt kein Ticket kaufen sondern muesste in ein Gebaeude etwa 500m ausserhalb. Das machte aber bald zu (war ja auch schon fast 20Uhr). Ich hatte von diesem anderen Schalter schon vorher gehoert, dass es da die hoeheren Klassen-Tickets gibt. Da ich aber auf jeden Fall den Zug am Abend nehmen wollte entschied ich mich die Erfahrung der General-Class Tickets zu machen, obwohl einem alle auf Grund des fehlenden Komforts davon abraten. Zu dem Zeitpunkt dachte ich noch "Naja.so schlimm wirds schon nicht werden" und erklaerte dem Security dass ich ein General-Class Ticket kaufen wollte.Er meinte kurzerhand ich sollte ihm folgen, ging an der ganze Schlange vorbei, ich trottete ihm irritiert hinterher. Vorne am Schalter streckte er seinen Schlagstock dem ersten ins Gesicht und befahl ihm zur Seite zu gehen, sagte dem Verkaeufer was ich fuer ein Ticket brauchte und lies mich dann zahlen. Mir war das Ganze dementsprechend peinlich und ich entschuldigte mich mit einem Gesichtsausdruck bei den hinter mir stehenden Wartenden doch die wirkten sehr entspannt. Schien fuer sie wohl nix neues gewesen zu sein. Was mich auch zusaeztlch ueberraschte und irritierte war der Preis des Tickets: Die 14Std Fahrt nach Delhi kostete 157 Indische Rupien was ca 2,20 entsprach! ZWEI EURO ZWANZIG!!! Dafuer bekommt man in deutschen Staedten nich mal nen U-Bahn Ticket! Daran konnte ich mir ja ungefaehr ausrechnen was mich da erwartete...oder eben auch nicht! Nach weiteren 3 Stunden Wartezeit kam der Zug. Ich hatte vorher gehoert dass General Class wie Sleeper ist, nur ohne Platz-Reservierung. Als der Zug einfuhr sah ich an einem Wggon Sleeper-Class, eilte dorthin und stieg ein. Sofort kam ich mit den Insassen ins Gespraech und einer lud ich ein neben ihm auf der Liege zu sitzen bis er schlafen muesse. Na, dachte ich mir, laengst nich so schlimm wie befuerchtet! Dann kam unser Gespraech aber auf mein Ticket und er meinte dass ich mit General Class in den letzten Waggon muesste. Also wieder raus und zum Ende des Zuges. Dort sah ich schon von weitem das Chaos und Geschieben an den Tueren der schon ueberquellenden Waggons. Ich quetschte mich mit meinem riesen Rucksack so gut es ging zwischen die Menschen. An der ersten Tuer erkannte ich relativ schnell dass kein reinkommen mehr moeglich war also weiter zur naechsten doch dort erwartete mich eine aehnliche Situation. Jedoch hatte einer Erbarmen mit mir und hielt die drin sitzenden an vom Boden aufzustehen und naeher zusammenzuruecken um mir doch noch ein winziges Stueckchen Platz zu verschaffen. Mein grosser Ruecksack wurde ueber die Menge gehievt und einige quetschten ihn zwischen sich, mein kleiner, in dem ich vorsichtshaber schon alle Wertsachen verstaut hatte wurde wie viele andere Taschen aus Platzgruenden an Haltegitter nahe der Zugdecke geknotet. Zwar war die Zugtuer noch geoeffnet doch gelang es mir nach ca 3 Minuten wenigstens meine beiden Fuesse komplett auf dem Boden stehen zu haben. MeineKamera war in meinem Rucksack, da ich mich nicht als reicher Europaer outen wollte und mal wieder der einzige westliche Tourist in dem Waggon war wollte ich mich auch nicht von den uebriegen Reisenden hervor tun und hab daher kein Foto der ganzen Szene gemacht. Die folgenden Bilder die ich im Internet gefunden hab geben die ganze Situation schon recht gut wieder:

http://dawncompk.files.wordpress.com/2012/03/indian-railway543.jpg?w=670
und
http://www.chinadaily.com.cn/photo/images/attachement/jpg/site1/20120322/0013729e431910d5036313.jpg

Die Rechte auf diese Bilder liegen natuerlich weiterhin bei dem Ersteller beziehungsweise dem Besitzer der Seite!


Die folgenden 14 Stunden verliefen ziemlich eintoenig: Immer wieder leichtes bis heftiges Geschiebe wenn jemand sich auf den Boden hocken wollte, diskutierende Inder die um ein bisschen Platz stritten, Rumgestehe und "Chai, Chai!!!"-Rufe der Verkaeufer an den Bahnhoefen die durch die Fenster heissen Tee anboten. Einige Highlights gab es immer wieder wenn Leute aufs Klo mussten, denn wie ihr euch vorstellen koennt konnte bei dem Gedraengel von "Gang freilassen" nicht die Rede sein. Viele hangelten sich daher wirklich akrobatisch von Gittern zu Gepaeckablagen um 1 Meter ueber den Koepfen richtung Toilette zu gelangen. Also vergleichbares Chaos hab ich echt so noch nie gesehen und waer in Europa auch niemals moeglich. Will
mir gar nich vorstellen wie es im Sommer bei 40 Grad Aussentemperatur darin abgeht. Soll dann wohl auch wirklich haeufiger Tote geben die an Herzinfarkt oder Hitzeschlag sterben. Diese Erfahrung muss ich dann aber doch nicht machen!
Aber die Bilder, die man aus dem Fernsehen kennt an denen die Leute aussen am Zug haengen und sich oben aufs Dach quetschen gehoeren auch hier in Indien der Vergangenheit an.
Ihr koennt mir glauben wie froh ich war nach 14 Stunden endlich Delhi erreicht zu haben um dem Gedraengel im Zug zu entkommen um dann allerdings gleich ins Gewusel der Grossstadt einzutauchen: Am Bahnhof hunderte von Taxi- und Rikscha-Fahern die einen Bedraengen, Hupen ueberall und staubige abgasverseuchte Luft in den Lungen. Ich muss gestehen ich hab mich schon ab und zu mal ins ruhige Pokhara zurueckgewuenscht.
Nachdem ich im Internet ne billige Unterkunft in der Naehe rausgesucht hatte,dort eingecheckt hab (man sah gleich warum es so billig war (ca 3,50Euro) und die Umgebung und einige Essensstaende ausgekundschaftet hatte (das indische Essen is ja einfach sau-lecker [auch ohne Schweinefleisch :D ]) goennte ich mir eine warme Dusche und meinen wohlverdienten Schlaf. Beim Ausziehen meiner Schuhe bekam ich selber nen riesen Schrecken: Meine Knoechel waren quasi gar nich mehr zu erkennen, meine Fuesse dick und angeschwollen, so sehr hatte sich das Blut darin gestaut. Doch am naechsten Morgen sah alles gleich ganz anders aus, also kein Grund zur Panik :)

Am naechsten Morgen sollte Jo (laut Flugplan den er mir geschickt hatte) ankommen und ich ihn vom Flughafen abholen. Puenktlich war ich da doch unter den ankommenden Passagieren kein Jo in Sicht. Nach 2 Std Wartezeit entschied ich zum Hotel zu fahren dass er fuer die NAcht gebucht hatte doch auch da war er nicht. Na das fing ja schonmal super an! Auf meine Mails kam keine Antwort. Gegen 5, ich machte mir mittlerweile ernsthafte Sorgen, rief ich bei seiner Fluggesellschaft an die mir mitteilte dass er doch einen anderen Flug hatte und erst abends ankam. Na klasse, aber immerhin war alles geklaert und so trafen wir abends gegen 9:30Uhr endlich im Hotel aufeinander.

Wie es von da an weiter geht erzaehl ich euch beim naechsten Mal, denn ich denk fuer dieses Mal habt ihr schon genug zu lesen gehabt. Beim naechsten Beitrag folgen dann auch wieder ein paar Bilder!

Bis dahin viele warme sonnige Gruesse aus dem wuseligen Indien.
Geniesst die beginnende Vorweihnachtszeit und esst ein paar Spekulatius und Lebkuchen fuer mich mit!!!

Liebste Gruesse,
Alex 

Freitag, 9. November 2012

Bericht aus dem wunderschoenen Pokhara

Hallo meine lieben Leser,

mittlerwele sind wieder ein paar Tage vergangen seid meinem letzten Beitrag und damit euch bei dem wahrscheinlich mittlerweile kalten Herbstwetter nich langweilig wird werd ich euch mal wieder auf den neuesten Stand bringen.
Ich bin mitlerweile in Indien aber bevor ich damit anfange will ich euch erstmal von meiner wunderschoenen Zeit in Pokhara erzaehlen:

Ein Tag am und aufm See

In meinem wunderschoenen kleinen Hotel (wurd mich in Kathmandu von einem spanischen Paaerchen empfohlen)...

 Wunderschoener Ausblick aus meinem Zimmerfenster auf den FeWa Lake

... hab ich gleich nen paar nette Leute kennengelernt (einen Kanadier und einen nepalesischen Jungen mit seiner Mutter) mit denen ich den naechsten Tag gleich zusammen verbracht hab.


 Mit dem Kanu gings ueber den See zum Anfang des Trails.

 Meine kleiner Wandergruppe

 Ein wunderschoener Ausblick von oben auf Pokhara und den FEWA Lake
 Bei wunderschoenem Sonnenschein oben auf einem Bergkamm vor der Stupa (Tempel).
ImHintrgrund-leidergradvonWolkenverdeckt-dieBergkettederAnnapurnaRange.

Aufm Rueckweg war ich Steuermann. Ein sehr entspannter aber ereignisreicher Tag


Es war immer noch Festival und so war es mal wieder als ich in einer Familie eingeladen war, dass mir ein sogenannter Tikka verabreicht wurde. Als Zeichen der Wertschaetzung verteilen das die Leute untereinander. Das is einmal ein bisschen Reis mit dieser roten Farbe auf der Stirn und manchmal noch ein paar blumenaehnliche Stangen im Haar oder hinterm Ohr

Umrundung des FEWA Lakes per Fahrrad

Am naechsten Tag sollte es eigentlich mit nem Roller durch Pokhara und Umgebung gehen aber also ich aufm Weg zur Rollervermietung an einem Mountainbike Verleih verbei kam ueberwog doch meine sportliche Veranlagung und ich entschied mich fuer diese Alternative (war auch gleichzeitig guenstiger ;) )
Nach einem holprigen Weg auf der Nordseite des Sees...


 Auf gehts!


 ... ging es ueber eine kleine Brueck auf die weniger besiedelte Suedseite. Zuerst dachte ich durch die Reisfelder locker zurueckfahren zu koennen doch die Illusion wurde mir bald genommen und ich musste mit dem Rad bergauf bis auf die Hoehe der Stupa vom Vortag kommen. Abgesehen von den eher bescheidenen Wegverhaeltnissen ging es teilweise so steil bergauf dass ich viele Passagen absteigen musste.

Hier war der Weg noch einigermassen ertraeglich ..... NOCH!

Sollte die Redewendung wahr sein "Wer sein Fahrrad liebt, der schiebt." und sollte im Umkehrschluss gelten "Je mehr ich mein Fahrrad schiebe desto mehr liebe ich es" dann haette Sophie wohl ersthafte Gruende auf diesen Drahtesel eifersuechtig zu sein. Doch keine Angst, auch wenn ich die Tour genossen hab gibts da dennoch keine Bedenken!!! ;)


Auf Grund der enormen Steigung gab es oben natuerlich auch eine super Aussicht!
  




Unterwegs gabs natuerlich wieder jede Menge Kontakt mit Einheimischen - meistens Kindern die mal mein Fahrrad ausprobieren wollten, doch auch einer sehr netten Familie mit der ich trotz weiterer anderer Plaene ca 2 Std beim Gespraech und Essen verbracht hab. Auf Grund letzterem Ereignis wurd es schon ziemlich spaet und ich musste langsam zurueck. Zum Glueck ging es auch FAST nur noch bergab. Doch auf meinem letzten kleinen Anstieg brach natuerlich wie es der Zufall wollte ein Zahnrad der Gangschaltung und die Kette blockierte. Konnte mich dann aber wie gesagt den meisten Weg runterrollen lassen. Bei den weiterhin anhaltenen steinigen Wegverhaeltnissen war die Abfahrt aber von einem wirklichen Vergnuegen auch weit entfernt und an meinen Haenden bildeten sich langsam schmerzende Blasen.

Trotz der Blessuren war der Sonnenuntergang einfach ueberwaeltigend!
    
Aber kam dann doch sicher und zufrieden beim Fahrradhaendler an, der sich den Schaden kurz anschaute und dann aber auch meinte dass alles OK sei und sich eher bei mir fuer die Umstaende entschuldigte als dass er von mir Schadensersatz verlangt hat. Nepal halt: nichts funktioniert so richtig aber keiner laesst sich davon stressen ;)

Mein etwas anderer Geburtstag

Ja in dr Zwischenzeit war ja auch mein 30. Geburtstag (am 29.10.) und wer jetzt nen Schrecken bekommt und denk "Scheisse, das hab ich jetzt aber vergessen!" macht euch mal keine Sorgen, ich kenn das Problem und entschuldige mich hiermit schonmal fuer die Geburtstage die ich bisher schon vergessen habe und noch vergessen werde. Also wer mir noch nachtraeglich gratulieren moechte darf das gerne tun ;) Vielen Dank auch an alle Mails und sonstigen Glueckwuensch die bisher eingegangen sind!
Obwohl hier grad fuer mich Zeit eher keine Rolle spielt hab ich aber an meinen Geburtstag gedacht  und wollte natuerlich auch etwas besonderes machen. Und so kam es dass ich am Tag davor meinen Rucksack gepackt hab und auf eine Huegelkette im Norden des Sees gewandert bin wo es eine wunderschoene Aussicht auf die Annapurna-Bergkette geben sollte (vor allem bei Sonnenauf- und Untergang).


Mit leichtem Rucksack ging es durch den Dschungel nach oben!       

Kurz unterhalb der Spitze liegt das Staedtchen Sarangkot. Dort angekommt hab ich zufaellig einen Nepalesen kennengelernt, nach einem wunderschoenen Sonnenuntergang...

Ich lasse die Bilder einfach mal fuer sich sprechen...!
  





 Viele von euch wissen dass ich nur in besonderen Momenten mal rauchen...aber ehrlich: Der letzte Tag mit 29 und das bei so einer Aussicht ist doch wohl ein angemessener Moment, oder!

... bei ihm zuhaus gegessen und den Abend bei ihm zuhaus bei sehr coolen Gespraechen und ein bisschen Alkohol verbracht.
Konnte dann bei ihm im Garten zelten..

Obwohl er ziemlich arm war stand sein kleines HAeusschen an einem wunderschoenen Platz!
    

...und morgens um 5 gings dann wieder auf den Bergkamm um die wunderschoene Aussicht beim Sonnenaufgang zu geniessen.
Hatte mir am Tag vorher sogar nen kleinen Geburtstatg-"Kuchen" (ne Apfeltasche) und ne Kerze besorgt und die oben am Gipfel angezuendet.


"HAPPY BIRTHDAY TO MEEEE!!"


Leute die dort auch standen und mich beobachteten haben natuerlich gleich nachgefragt was ich da mache. Als sie erfahren haben dass ich Geburtstag hatte gabs dann ein spontanes Staendchen von ca 10 Leuten. Echt beruehrend!


Der Himmel und die Sicht am Morgen waren kristall-klar!


und der Sonnenaufgang einfach unbeschreiblich!
   

Natuerlich war ich bei einem solchen Panorama nicht allein :/

Das war schonmal ein wunderschoener Start in meinen Geburtstag doch das Highlight hat ja noch auf mich gewartet, denn um 9:30Uhr gings fuer mich mit nem Paraglieder schirm wieder runter ins Tal.

Schon am Tag vorher konnte ich beim Aufsteig die vielen bunten Schirme am Himmel beobachten! Bald wuerde ich da oben schweben!

 Die Aussicht am Startpunkt war schonmal herrlich!!

 und auch von oben konnte ich mich nicht beschweren!
  
Das Grinsen auf meinem Gesicht sagt wohl alles :) 

Mein Pilot und ich nach einem geilen Flug und gluechklicherweise sicherer Landung!
DANKE fuer dieses besondere Erlebnis!!!  


Da ich auch fuer abends etwas besonderes machen wollte, mir das draussen schalfen und die Natur ja so super gefaellt, ich in keiner Party-Stimmung war und ihr, meine Freunde, ja dafuer eh gefehlt haettet, gings mit dem Bus ca 1 Stunde raus aus Pokhara in ein anderes kleines Staedtchen in der Naehe eines Sees.

Dort bin ich einfach mal drauf los gelaufen auf einem kleinen Trampelpfad in der NAehe des Ufers. Natuerlich war mal wieder kein anderer dort unterwegs - vor allem da es langsam spaet und dunkel wurde.

Auch in der Abenddaemmerung war der See herrlich anzuschauen....ein bisschen Kanada-Feeling!

Als auch fuer mich die Lichtverhaeltnisse zu schlecht bei dem rutschigen schmalen wurden und ich immer noch keinen flachen ebenen Platz fuer meine Zelt gefunden hatte blieb mir nichts anderes uebrig mein Zelt-Vorhaben abzubrechen und einfach meine Isomatte auf dem Weg auszubreiten und dort zu schlafen.

Es war vielleicht nicht grad die bequemste Geburtstagsnacht die ich jemals hatte und vor allem nicht die partyreichste aber auf jeden Fall eine sehr interessante und abenteuerreiche :)

Am naechsten Morgen gings dann weiter am Ufer, entlang an diesem wunderschoenen See, immer wieder die Sonne geniessend. Bei dem klaren Wasser war ich sogar ein wenig schwimmen...himmlisch!!

 Der See im Morgengrauen - die Aussicht aus meinem Schlafsack beim Aufwachen!





Unterbrochen von einem Treffen mit einer Familie und natuerlich einem "Pflicht"-Essen bei ihnen zuhause...

 Das auf meinem Schoss ist eine kleine Ziege.

2 Exemplare der Kinderschar.  

 ... gings wieder weiter, den Tag geniessend bis es abends wieder nach Pokhara zurueck ging.

In meinen Augen ein ganz anderer aber sehr besonderer und erinnerungswuerdiger Geburtstag!

Der letzte Tag in Pokhara

Nach den beiden letzten Draussenuebernachtungen gings wieder zurueck in mein gemuetliches Hostel um den naechsten (und gleichzeitig meinen letzten) Tag in Pokhara ganz in Ruhe in der Sonne mit einem spannenden Buch und dem Kanadier zu geniessen bevor es ins hektische Indien gehen sollte - doch das is eine andere Geschichte und wird beim naechsten Mal erzaehlt :)
Doch um mal eine kleine Vorschau zu geben: Nach einer sehr interessanten aber ueberaus anstrengenden Reise bin ich in Delhi angekommen und hab dort nach einigen Schwierigkeiten auch Jo getroffen und bei mi ihm und einem Brasilianer grad auf einer kleiner Tour und momentan in Varanassi. Doch wie gesagt, genaueres gibts spaeter!

Bis dahin euch allen alles Gute....und herzlichste Glueckwuensche nochmal an alles Geburtstagskinder der letzten 2,5 Monate :)

Indische Gruesse, euer Alex