Die Evolution meiner Fortbewegungsmittel:
Schritt 1:
Mein bisheriges Fortbewegungsmittel waren ja (bis auf einige ausgeliehene Fahrraeder, Roller Motorraeder, oder Bus- und Zug-Fahrten und ein Flug) meine guten bequemen Schuhe. Sie haben mich das Himalaya hoch und runter befoerdert, durch Indiens Sand und Geroell begleitet und auch durch Perths Strassen getragen. Ich will diese Gelegenheit nochmal nutzen mich bei meinen Kollegen zu bedanken, denn diese Schuhe hab ich von eurem Abschiedsgutschein bei Sportscheck gekauft. Eine wirklich super Anschaffung - auch wenn man ihnen ihren ausgiebigen Gebrauch schon etwas anschaut :)
Nocheinmal vielen vielen Dank fuer das Abschiedsgeschenk! Und viele Gruesse ins Buero!
Sie begleiten mich weiterhin und sind trotz einiger Gebrachsspuren noch immer so bequem wie zu Anfang.
Schritt 2:
Eine erste Steigerung ergab sich durch meinen Job bei Salvation Army. Dort wurde dieses wunderschoene Geschoepf abgegeben doch konnte auf Grund der zahlreichen Roststellen nicht an Familien weitergegeben werden. Pech fuer die, Glueck fuer mich, denn so hab ich es umsonst bekommen.Es funktionieren zwar nur die ersten 6 von 18 Gaengen, die Bremsen sind nich grad die Besten und die Groesse und Farbe lassen keinen Zweifel offen, dass es sich urspruenglich um ein Produkt fuer das weibliche Geschlecht handelte, aber wie heisst es: "Einem geschenken Drahtesel schaut man nicht in den ...!"
Schritt 3:
Die Endstufe der Evolution is nun erreicht, mein Traum is in Erfuellung gegangen: Mein erstes eigenes AUTO!!!Viele von euch wissen, dass ich ja normalerweise auf Low-Budget-Trips stehe. Gerade Jo musste ja in Indien diese Erfahrung mit mir machen, aber manchmal muss ein Mann tun, was ein Mann tun muss, und deswegen dachte ich mir: "Wenn schon denn schon!"
Und so kam es dazu dass ich nach einiger Suche dieses wunderschoene Geschoepf gefunden hab:
Mein ...nein.. MEIN (!!!!) Mitsubishi Pajero, V6 3000, zwar von 1993 und schon 367000km aufm Tacho, faehrt aber noch super und begleitet mich hoffentlich fuer den Rest meiner Australienzeit! Is wahrscheinlich nich grad die vernueftigste Entscheidung: Wenn man bedenkt dass die meisten Backpacker hier auf ihrer Reise mehr als 15.000 km zuruecklegen waer ein spritsparender fahrbarer Untersatz sicherlich die oekonomischere Variante gewesen, doch ich war schon immer fasziniert von solch grossen Autos und wenn ichs hier nich kaufe, wann dann. Meine Kleine (hab noch keinen wuerdigen Namen gefunden) hat mich 2650 Euro gekostet, bau mir hinten noch nen Bett rein und dann kann der Road-Trip starten!!!
Werd euch mit Fotos von meinen kommenden Off-Road-Trips auf dem Laufenden halten!
Werd mir dieses Woche auch noch Kite-Equipment kaufen, aber denk das zaehlt nich wirklich als Fortbewegungsmittel. Bin daher mal gespannt ob es noch einen Schritt 4 gibt! Bis jetzt bin ich mit 3 voll zufrieden!!!
Doch da mein Baby wie gesagt ein grosser Schlucker ist wurd es auch Zeit fuer einen:
Job!
Die guten alten Zeiten in Australien in denen Backpacker haenderingend gesucht wurdensind leider vorbei und deswegen war es schwierig etwas zu finden. Die Anzeigen in Gumtree (die populaerste Internetseite hier) werden von 1000en von Jobsuchenden gecheckt und die Arbeitsagenturen sind ueberfuellt als gaebs dort 1000 Liter Freibier zu gewinnen. Nach unzaeligen Bewerbungen und einem verplanten Bewerbungsgespraech (is ne laengere Geschichte und wird ein anderes Mal erzaehlt) hab ich jetzt nen ganz coolen Job gefunden. Is erstmal nur auf casual-Basis, das heisst sie rufen michan wenn sie mich brauchen, aber hab letzte Woche einiges an Stunden zusammen bekommen. Und das coole daran is, es sind immer wieder andere Job, wenn sich das meiste auch ums Saubermachen dreht. Ja ihr habt richtig gehoert: Alex ist jetzt ein professioneller Putzer! Die die mich einigermassen kennen oder sogar schon mit mir gewohnt haben werden sich wahrscheinlich denken, dass hier in Australien wirklich alles down-under is - zum Glueck kennt mich mein Chef nich so gut :) Und ausserdem muss ich zugeben dass Putzen auch viel mehr Sinn macht wenn man dafuer bezaehlt wird :DUnd so kommt es dazu, dass ich mal Ingenieur-Bueros putze (is eine coole Erfahrung so einen Arbeitsplatz mal von einer anderen Seite kennenzulernen - und so unterstuetz ich wenigstens etwas das Ingenieurswesen), mal mit Hochdruckreiniger Buero-Eingaenge und manchmal Parkplaetze mit nem Laubgeblaese von Blaettern befreie.
Man kommt sich manchmal vor wie bei Ghost-Busters:
Level 1: Lasst die Geister kommen!!!
Level 2: Wir naehern uns dem Endgegner, Weapon-Update provided!
Um einen guten Job abzuliefern waelz ich mich auch im Dreck!
Heute musste ich in nem Kino nen bisschen ausserhalb von Perth aushelfen - und zwar von 4 bis 8 Uhr MORGENS...und das an einem SONNTAG!!! Hab dafuer das Firmenauto bekommen, bin schon gestern abend hingefahren, hab im Auto aufm MacDonalds Parkplatz gepennt und dann heute nach getaner Arbeit ein Fruehstueck und den Rest des Tages am dortigen Strand verbracht.
Nutellabrote am Strand waren schon in Goa herrlich - und schmecken auch in Australien!
Vor dem Beitritt in dieser Firma hab ichmichmit Gelegenheitsjobs ein bisschen Geld dazu verdient:
- bei Salvation Army hab ich fuer meine Freiwilligenarbeit ein bisschen Essen bekommen
- fuer einen Martial-Art-Shop in der Naehe vom Hostel hab ich mal nen Truck mit Matrazen entleert
- fuer den gleichen Shop hab ich Punching-Bags in allen moeglichen Groessen und Formen gefuellt
- fuer nen Teppichladen hab ich einen Tag Regale aufgebaut
- hab einen Tag 1000 Flugblaetter in Briefkaesten gestopft
Zu letzterem Job muss ich sagen: Eigentlich fand ich den australischen architektonischen Style mit den vielen kleinen Einfamilienhaeusern sehr schoen, doch bei dem Job waeren mir den paar Plattenbauten mit 100 Familien schon lieber gewesen.
Einrichtungen mit so vielen Briefkaesten auf einmal waren leider Einzelfaelle
Ausserdem war es in einem sehr bergigen Stadtteil weswegen mein kleines Bike (siehe Fortbewegungsmittel Schritt 2) und ich ziemlich beansprucht wurden. Dafuer gab es aber immer wieder schoene Aussichten ueber Perth:
Werd mal schauen wie lange mir mein Job nochgefaellt - davon mach ich dann abhaengig wann ich mich mit meinem Truck raus auf Australiens Strassen begebe.
Halte euch weiter auf dem Laufenden!
Machts gut - aber nicht zu haeufig!
Euer Alex