Hallo meine lieben Leser und Fussball-reiche Gruesse in das Land des zukuenftigen Weltmeisters - und damit meine ich ausdruecklich NICHT irgendwelche Hollaender die hier eventuell zufaellig auf die Seite stossen!!!
Bin grad noch in Manaus, in Brasiliens Dschungelstadt bevor es am 2. Juli weiter geht nach Rio. Wollte eigentlich gar nich so lange hier bleiben aber die Fluege waren sau teuer nach Rio und Manaus gefaellt mir auch echt super! Also geniess ich etwas vom WM-Feeling hier bevor es weiter nach Rio geht.
Aber ich versuchs erstmal wieder alles der Reihe nach zu berichten.
Denn beim letzten Mal als ich mich hier gemeldet hab war ich ja noch in Iquitos in Peru. Da hab ich die letzten Tage mit Andi verbracht und haben uns in der Stadt etwas von den Strapazen des Dschungellebens erholt mit etwas Sightseeing und Feiern.
Ein Stadtteil von Iquitos steht komplett im Wasser, jedenfalls fuer ca die Haelfte des Jahres wenn der Fluss Itaya ueber die Ufer tritt.
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| Die meisten der Haeuser stehen auf Stelzen, andere schwimmen wie Floesse auf der Wasseroberflaeche. |
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| Hier findet scheinbar auch nur bei extremem Hochwasser ein Gottesdienst statt. |
Aber wie ihr euch wahrscheinlich vorstellen koennt, gibt es hier keine Muellabfuhr und keine Frischwasserversorgung. Dementsprechend wird alles gleich in den Fluss geleitet, der Muell ausm Fenster geworfen, das Geschaeft einfach so am Wasser erledigt. Und gleichzeitig wird natuerlich auch das Geschirr und der Koerper drin gewaschen. Der Fluss hat zum Glueck so viel Wasser und ein wenig Stroemung, dass es nicht umkippt und sich der Geruch in Grenzen haelt aber moechte mir nicht vorstellen wie es ausschaut, wenn das Wasser in der Trockenzeit zurueck geht. Dementsprechend wohnen hier auch nur die Aermeren und Belen wird auch als das "schwimmende Slum" bezeichnet.
Kennt einer von euch den Film "Fitzcarraldo" mit Klaus Kinski? Der spielt auf jeden Fall auch hier im Amazona-Gebiet und da baut er ein Schiff und laesst es von Peruanern ueber die Anden tragen. Und dieses Schiff liegt halt jetzt als Museum in Manaus.
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| Kaum zu glauben, dass dieses Schiff wirklich ueber die Anden getragen wurde! |
Dann hiess es Abschied von Andi und nach ein paar Tagen und den ersten WM Spielen hiess es fuer mich wieder, rauf aufs naechste Boot und auf richtung Manaus.
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| Der Hafen war wieder aehnlich quirlig wie in Yurimaguas. |
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| Beim Verladen sah man teilweise auch einige der Baumriesen, die sie hier aus dem Urwald holen. Ansonsten hab ich von irgendwelchen Abholzungen eigentlich nichts mitbekommen |
Zum Glueck musste ich dieses Mal keinen extra Tag im Hafen verbringen befor es losging und Montag abend, mit nur 1,5 Stunden Verspaetung, gings dann los. Die Bedingungen waren eigentlich wieder die Gleichen wie auf der vorigen Bootsfahrt: Dicht an dicht in Haengematten schlafen, 3 Mal am Tag essen (wobei Mahlzeiten sehr duerftig waren) und ansonsten entspannen und die Reise ueber den Amazonas geniessen.
Mittwoch frueh also nach 1,5 Tagen aufm Schiff hiess es dann aussteigen in Santa Rosa an der Grenze. Also erstmal nen Ausreisestempel von Peru geholt.Hier kann man sich entscheiden entweder richtung nach Columbien oder nach Osten nach Brasilien weiter zu reisen. Da in dem kleinen Boot, das einen in die jeweilige Stadt bring auch welche sassen die nach Columbien wollten, sind wir erst dahin nach Leticia (Columbien) und dann weiter nach Tabatinga (Brasilien) geschippert worden. Ich war also auch ca 15 Minuten auf columbianischen Boden, aber das zaehlt ja nich richtig. Muss also nochmal wiederkommen wenn ich mehr Zeit hab :)
In Brasilien hiess dann Einreisestempel holen und Geld abheben und dann gings auch schon wieder weiter mit nem brasilianisch Boot. Und hier muss ich sagen war ich echt positiv ueberrascht: Ok, die Schlafverhaeltnisse waren noch die gleichen Haegematten-Massenlager, aber das Schiff war wesentlich sauberer, es gab gekuehltes Trinkwasser (was man auch als Europaer mit ruhigem Gewissen trinken konnte), ein Sonnendeck mit Stuehlen und Tischen und die 2 besten Features:
Zum einen gabs wieder 3 Mahlzeiten am Tag aber mit Buffet und man konnte sich so viel nehmen wie man wollte. Super auch wenns eigentlich immer nur Huehnchen mit Reis und Nudeln und Bohnen gab.
Und das andere: Einen relativ grossen Fernseher mit Satelitenschuessel aufm Sonnendeck. Also haben wir kein Fussballspiel verpasst!
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| Die Stimmung war meist echt cool, vor allem weil wir halt auch verschiedene Nationen an Bord hatten. |
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| Die meisten waren Amis die zum Spiel nach Manaus gefahren sind, aber zum Glueck waren sie beim Deutschland Spiel gegen Ghana auch fuer Deutschland. |
Das Wetter hat sich immer wieder mal schlagartig geaendert. Meist was es echt sonnig und nur leicht bewoelkt und dann von einer Sekunde auf die andere gab es ploetzlich einen so heftigen Regenguss dass man sich kaum davor retten konnte.
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| Meistens war es wunderschoen und die Sonnenuntergaenge ueberm Amazonas einfach atemberaubend. |
Und so kam es dass ich Samstag frueh gegen kurz nach 4 aufgewacht bin da es auf einmal wieder so sehr angefangen hat zu schuetten und zu stuermen dass sich unter den Haengematten sogar ein kleiner See gebildet hat. Zum Glueck haben die Mitarbeiter dort schnell die Plastikplanen an der Seite runtergelassen und da ich mittlerweile prasselnden Regen auf Planen oder aufs Zelt gewohnt bin, bin ich auch schnell wieder eingeschlafen. Doch so ca 4:45 gabs nen riesigen Ruck der nich nur mich sonders auch alle anderen aufm Boot aus dem Schlaf geschreckt hat. Die Haengematten wackelten, Kinder fingen an zu schreien, sogar das Bordpersonal lief aufgeregt herum und Muetter fingen an, ihren Kindern Schwimmwesten ueberzustuelpen. Ich glaub ich war noch zu verschlafen um in Panik zu geraten aber natuerlich hats auch mich aus der Haengematte getrieben und erstmal wusste so keiner genau was los war, klar war nur, dass das Boot ziemlich schief lag. Erst als sich das erste wilde Gewusel etwas gelegt hatte wurde langsam klar was passiert war: Der Sturm und Regen haben den Amazonas so aufgewuehlt, dass das Schiff sich nicht mehr kontrollieren liess und es nach mehreren Pirouetten mit Wucht ans Ufer gedrueckt wurde und da stecken blieb. Das war die offizielle Erklaerung, doch wir haben vermutet dass der Kaptain einfach besoffen war und eingeschlafen is. Naja genaueres wird man wohl nie erfahren. :)
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| Bei Tagesanbruch sah man das komplette Ausmass dann. Also die Palmen hier an Bord waren auf jeden Fall kein extra Feature der Bootsgesellschaft |
Zuerst kam ein kleineres Schiff und hat vergeblich versucht uns rauszuziehen bis ein groesseres vorbeikam und uns netterweise so lang hin und hergezogen hat bis wir endlich nach ca 5 Stunden im Dschungel frei waren.
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| Der Frachter hat netterweise seine Fahrt unterbrochen und uns rausgezogen |
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| Unser Boot hat bei der Karambolage schon eine ordentliche Schneise hinterlassen. Das war natuerlich ein Attraktion fuer vorbeifahrende kleine Fischerboote. |
Nach diesem Zwischenfall und einer langsamen Fahrt auf grund eines leichten Machinenschadens kamen wir mit nen knappen Tag Verspaetung mitten in der Nacht von Samstag auf Sonntag in Manaus an. Da ich noch kein Hostel hatte und es erlaubt war noch die Nacht im Hafen aufm Boot zu verbringen schliefen ich und noch mehrere andere eine weitere Nacht in der Haengematte und begannen am naechsten Morgen entspannt die Stadterkundung.
Endlich wieder auf brasilianischem Boden. Schon auf der Bootsfahrt hab ich mich mit einigen Brasilianern unterhalten und auch die Stimme des Kommentators im Fernsehen war ja portugiesisch. Ach ich habs ja irgendwie schon vermisst, mein Brasilien, mein 2. Heimatland ;)
Also nicht dass ihr es falsch versteht: Peru hat mir super gut gefallen in jeglicher Hinsicht!
Die Natur ist so unglaublich schoen und vielfaeltig, von Wueste ueber Oedland, hohe Berge und tiefer Dschungel. Ausserdem die schoenen Straende im Norden, die wir leider nicht mehr besichtigen konnten. Dazu kommt noch die Freundlichkeit der Menschen. Wo immer wir auch waren, auf der Strasse hat man uns immer weitergeholfen, in den Kneipen kamen immer gleich Leute auf uns zu die mit uns einen trinken wollten und mehr von uns erfahren wollten, alle waren erfreut als wir meinten dass wir aus Deutschland kamen, und soweit ich mich erinnern kann hab ich nie irgendwie uns gegenueber oder auch bei ihnen untereinander eine aggressive oder schlechte Stimmung erlebt. Die Peruaner sind in eigentlich jeder Situation tiefenentspannt und freundlich. Und vor allem da wo wir die meiste Zeit waren waren sie noch wenig vom Tourismus verdorben und meist wirklich eher interessiert an unserer Kultur als an unserem Geld. Also, VIELEN DANK PERU fuer diese wunderschoenen 2 Monate!!!
Doch wie gesagt, jetzt bin ich wieder in Brasilien und werd hier bis zum 15 August bleiben bevor es wieder zurueck nach Deutschland geht.
Meine erste Station war wie gesagt Manaus, der Stadt im Dschungel. Bis auf die Temperaturen und die Luftfeuchtigkeit war vom Dschungel hier aber nich viel zu sehen. Aber die Stadt an sich hat mir super gut gefallen und so bin ich statt der geplanten 2-3 Tage 10 Tage geblieben - und werd hierhin wahrscheinlich auch irgendwann mal wieder zurueckkehren.
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| Schoen hergerichtete Parks wie diesen gibt es in Peru eigentlich kaum. |
Da Manaus auch eine WM-Stadt ist dreht sich in diesen Tagen hier natuerlich auch alles um das Thema Fussball. Die Strassen waren bund geschmueckt, in jeder Bar liefen die Spiele, an den Tagen wenn Brasilien spielt ist hier alles geschlossen, also das Land ist sozusagen im Ausnahmezustand
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| Brasilien steht waehrend der WM Kopf |
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| Viele geschmueckte Strassen in den Landesfarben |
Bei den ganzen Fussballspielen blieb wenig Zeit fuer Sightseeing aber so nen bisschen wollte ich ja trotzdem sehen und so war ich beim spielfreien Freitag am Rio Preto (schwarzer Fluss).
Und den Namen traegt er nich ohne Grund
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| Das Wasser der Flusses is auf Grund von ausgewachenen Mineralien wirklich fast schwarz |
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| Bei diesem Anblick koennte man fast denken, dass man sich eher an einem grossen See befindet, da hier der Fluss wirklich extrem breit ist. |
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Ein Strand mit Bademoeglichkeit gabs auch. Die darin badenden Leute sahen wirklich so aus als wuerden sie grad in Oel schwimmen |
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| Zum Glueck war es grad nich so heiss :) |
Und so vergingen die Tage in Manaus wie im Flug bis es dann hiess Abschied nehmen und auf nach Rio, meiner alten Heimat.
Natuerlich versorg ich euch in den naechsten Tagen auch mit ein paar Eindruecken von hier!
Jetzt bin ich erstmal mit Daumen druecken fuer Deutschland beschaeftigt! Das wird ein Fest: Deutschland Brasilien hier in RIO!!! Leute das schaffen wir!!!
Viele Gruesse nach Schland!
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