Hallo meine lieben, treuen Leser.
Jaa ich bin bin gesund und munter von meinem naechsten Trek zurueck
Dieses Mal ging es ja in die Mount Everest Region und es ist schon wieder soooo viel passiert dass ich hoff euch hier wenigstens einen kleinen Ueberblick geben zu koennen. Es war wirklich ein Weg durch Hoehen und Tiefen, sowohl von der geographischen, als auch von der psychischen und physischen Seite. Aber das werdet ihr in den naechten literarischen Erguessen ja noch genauer mitbekommen.
Ich versuchs mal wieder einigermassen der Reihe nach:
Mit dem Bus von Kathmandu nach Jiri und dann zu Fuss nach Lukla
Wie ja vorher schon angekuendigt hab ich beschlossen nich wie die meisten Touris den Flug nach Lukla zu nehmen sondern den Bus nach Jiri und von da aus zu Laufen (5-7 Tage). Das war in vielerlei Hinsicht eine gute Entscheidung: Zum einen war es ein wunderschoener Weg durch urspruengliche Nepalesische Doerfer mit wenig Touristen, ausserdem is es wesentlich guenster und zu guter Letzt ist der Flug auch nich grad der Sicherste wie ja auch schon Felix festgestellt hat! Fuer alle die es nich in den Nachrichten mitbekommen haben: Um die Zeit wo ich eigentlich fliegen sollte hat ein Flieger einen Vogel ins Triebwerk bekommen u is abgestuerzt - alle Insassen tot :(
Aber bei mir is alles gut gegangen....zum Glueck!!!
Und wie gesagt, der Weg war auch wunderschoen wenn auch wahnsinnig anstrengend. Das Wetter war die meiste Zeit des Tages sehr heiss und nich selten ging es am Stueck mal locker 1200 Hoehenmeter ununterbrochen hoch und dann 1400m wieder runter!!!
Aber das Ziel war in der Ferne immer wieder zu erkennen
Doch vor der hochalpinen Witterung gab es dichten gruenen Wald
Zu einer Staerkung lud eine Yak-Cheese-Fabrik ein, hier die Kochstelle im riesigen Wohn-Ess-Koch-Raum
Das nepalesische Nationalgericht: Dhal Bhat, Reis mit Linsen und irgendnem Gemuese, meist Kartoffeln und Kraut. Sieht vielleicht nich sehr lecker aus, is aber gar nich so schlecht und as gute daran ist, dass einem bei diesem Gericht immer nachgeschenkt wird, bis man platzt. Da Dhal Bhat grad in den ersten Tagen meist meine einzige Mahlzeit war (Leute die mit mir schonmal trekken waren wissen wir wenig ich unterwegs esse) hab ich das auch immer sehr gut ausgenutzt!
Der Typ der Kaese-Fabrik hat mir stolz sein Rezept-Buch gezeigt und ich sollte auf jeden Fall nen Foto davon machen. Also gut, wenns ihm gefaellt ;)
Sein kleiner Sohn war total suess und hat mich voll an den Kleinen von Ice Age I erinnert
Das Dorf da unten heisst Bhandar und ist echt urig und beherbergt seeeeehr nette Leute.
Ich wurde gleich sehr ueberschwinglich von einer Familie empfangen von denen ich dann auch gleich immer Fotos machen sollte, die sie sich dann gleich angeschaut haben und sich koestlich drueber amuesiert haben.
Ich hab dann mein Zelt auf Raten eines Dorfmitglieds auf der Kuhwiese ziemlich mitten im Dorf aufbebaut (kostenlos natuerlich), aber ich hatte es grade aufgebaut da kam die Familie und lud mich zu sich nach Hause ein. Ich hab mich zwar auf meine erste Nacht draussen gefreut aber so nen nettes Angebot kann man natuerlich abschlagen. Also Zelt wieder einpacken, bei dem alle fasziniert zugeschaut haben, und uebernachten bei der Familie. Waren alle super nett, wurd natuerlich auf Uebernachtung und Essen eingeladen. Drinnen gabs dann nochmal mehrere Fotosessions
Mit den Leuten auf dem Foto gabs dann nochmal extra Sessions in jeglicher Konstellation und Aufmachung die ich euch jatzt mal hier ersparen moechte ;)
am naechsten Morgen wollte ich eigentlich frueh los aber natuerlich musste ich erst noch Essen (wieder Reis zum Fruehstueck)
dann gabs natuerlich nochmal Fotosesssions vorm Haus
und in der Scheune aufm Motorrad
und dann musste ich natuerlich auch mit dem Jungen bis zur Schue gehen die er mir stolz gezeigt hat.
Frontalunterricht wird hier noch gross geschrieben
Deutschunterricht bei Mister Alex
Und da das ganze ne von Deutschland gesponsorte Schule war waren auch die Lehrer sehr interessiert. Mit einem musste ich dann auch noch nen Tee trinken, doch dann gings endlich wieder aufn Weg.
Unterbrochen von vielen Kindergruppen die immer wieder "PICTURE, PICTURE!" wollten verging der Tag recht schnell.
Tagsueber wars immer recht sonnig doch abends zog es sich oft zu mit gelegentlichem Regen und so konnte ich nich einfach unter freiem Himmel schlafen. Viel Platz fuer nen Zelt bot sich aber auch nich und so musste ich nen bisschen abseits vom Weg improvisieren.
Hat eigentlich gut geklappt nur kamen nachts die laestigen Blutegel wieder an und so kams dass morgens meine gesamte Schlafsackkaputze und meine Haare voller Blut waren. Sah aber wieder schlimmer aus als es war, tat naemlich ueberhaupt nicht weh. Sind halt einfach laestig. Naja, hab ich jetzt immer nen Andenken dieser Scheiss-Viehcher in meinem Schlafsack.
Ansonsten gigs morgens mit den ersten Sonnenstrahlen bei mir immer los.
Einfach eine herrliche Atmosphere in den startenden Tag zu laufen!
durch maerchenhafte Waelder
entlang von Tempeln
und ueber den ein oder anderen Pass der wie immer mit einer grossen Fahnenpracht geschmueckt war.
Es waren eigentlich keine anderen Touristen zu sehen, meine einzigen Wegbegleiter waren
Lastentiere
"PICTURE, PICTURE!" - rufende Kinder
und der ein oder andere exotische Schlaengler.
So gings immer weiter durch diese heile Welt,
dem Ziel der hoeheren Berge entgegen
An so vielen wunderschoenen Wasserfaellen wie ich vorbei gekommen bin, soviel Speicherplatz haette meine Karte gar nich hergegeben. Daher nur ein kleiner Einblick.
Zwischendurch gabs immer mal wieder eine Staerkungung am Wegesrand
und auch den Lastenbueffeln wurd mal eine Pause gegoennt.
Herrliche Ausblicke luden immer wieder zu einem Rundumblick ein
Der Weg ab Lukla
Dann war ich endlich in Lukla, dem eigentlichen Ausgangspunkt fuer so viele Hiker. Ob die alles wissen was denen vorher entgangen ist? Naja, auf jeden Fall war hier grad eh komische Stimmung, da schon seit 2 Tagen das Wetter so wolkig war, dass kein Flugzeug von und nach Kathmandu starten/landen konnte. Ich verbrachte eine nacht hier und fuellte meine Vorraete auf (Instant-Nudeln, Kekse und Gas). auch am naechsten Morgen flog kein Flugzeug doch ich machte mich bei leichtem Regen auf richtung Berge. Fuer mich hatte das schlechte Wetter auch sein Gutes: So kam es naemlich dass ich auf dem Weg nach oben quasi allein unterwegs war, da keine neuen Touris ankommen konnten. Tja, des einen Freud is des anderen Leid.
Zuerst dachte ich "neee, nich schon wieder eine komplette Wanderung in den Wolken" doch nach 2 Tagen, als es dann wirklich ernst wurde oeffnete sich die Wolkendecke und das Wetter wurde wunderschoen. Meist keine Wolken bis 14 Uhr, dann erst zog es sich immer langsam zu.
Meine 2. Nacht nach Lukla verbrachte ich in Tangboche, meinem auserkorenen Lieblingsort. Zum einen ist er wunderschoen, zum anderen hab ich mich mit dem einen Lodgebesitzer angefreundet der mir auch aufm Rueckweg extrem geholfen hat als ich Hilfe bedurfte (doch ich will nich zuviel vorweg nehmen), dann hatte ich abends ein krass-tiefgruendiges Gespraech mit einem Moench ueber Erleuchtung und zu guter Letzt (obwohl mit der Wirt einen kostenloses Zimmer angeboten hat) hab ich eine herrliche Nacht unter sternenklarem Himmel verbracht mit morgendlichen Ausblicken auf die schneebedeckten Berge.
Mein Schlafsack war zwar morgens mit Frost ueberzogen doch bei einem solchen Schlafplatz mit Panorama sieht man da gern mal drueber hinweg.
Mit solchen Ausblicken gings morgens nach einem heissen Kaffee gut gelaunt weiter. Die Berge rufen!!!
Die Ziele waren klar gesteckt: Daaaa gehts hin!
Die naechste Nacht war wieder im Zelt ein wenig oberhalb einer Hausansiedlung - also weg von den eigentlichen Touristen, genauso wie ich es mag. Und mal ehrlich: bei so einen Ausblick verzichtet man doch gern auf ein bisschen Komfort, oder?
Morgens gings dann los ohne Zelt ein bisschen weiter den Berg hoch wo einige Seen gelegen sein sollten. Ausserdem gings zum Fuss des Ama Dablam - Berges. Dieser ist zwar nur 6812 Meter hoch, hatte fuer mich aber eine besondere Anziehungskraft auf Grund seiner Lage und Schoenheit. Doch da gings nich nur mir so wie ich spaeter in mehreren Gespraechen rausgehoert habe.
Das kleine Gruene vor dem vodersten Haus is mein bescheidenes Zelt. Ein schoener Platz!
Hier war fuer mich dann leider Schluss, die Aufstiegsroute (man bracht eine spezielle Permit fuer ca 350 Euro und einen Guide) waer eh von der anderen Seite. Aber der Ausblick ist genial. Sorry meine lieben Leser dass dieses ganze Gigantische und Eindrucksvolle der Berge um einen herum auf den Fotos nur bruchteilhaft rueberkommt. Muesst ihr wohl selber nochmal hin.
Vor allem wenn man sich klar macht, dass man sich grad auf knapp 5000 Meter befindet und sich dieser (fuers Himalaya noch recht kleine Berg) mal locker fast 2000 Meter nochmal ueber einem emporragt....da fuehlt man sich schon verdammt klein!

zurueck am Zelt gabs nach all den Eindruecken erstmal ne Staerkung (natuerlich mal wieder Instant-Nudeln). Ausserdem wollt ich mal nen Check meiner Vorraete durchfuehren und musste erschreckend feststellen, dass einige Sachen fehlten! Hatte sie mir nachts ein freches Tier geklaut? Oder war ich selber so unvorsichtig und sie sind mir beim Packen aus der Tasche gefallen? Hauptsaechlich fehlten nur ein paar Tueten Nudeln und Kekse was zu verschmerzen war. War mir aber besonders weh tat war der Verlust eines stuecks Wurst aus Kathmandu die ich mir fuer besondere Anlaesse aufbewahrt hatte. Wie konnte das passieren. Alle, die schonmal laengere Touren gemacht haben in denen sie ihr ganzes Essen tragen mussten koennen mich vielleicht verstehen was in diesem Moment vor mich ging. Ich erinnere mich da nur an penible Aufteilung kleinster Wurststueckchen aufm West-Coast-Trail mit Martin, Jonas und John (viele Gruesse an dieser Stelle) oder an die Erklaerung von Andreas B. aus N. der mit seinem Kumpel B. fuer nen Monat in Kanadas Wildnis unterwegs war und sie sich unterwegs geeinigt hatten dass es eigentlich ein Kompliment sein wenn man jemandem sagt "Du bist mir Wurscht!" da ein Stueck Fleisch in solchen Situationen einen enorm grossen Stellenwert erreichen kann. Mit den Ausfuehrungen im Hinterkopf koennt ihr euch vorstellen dass es mich schon ein bisschen runtergezogen hat, als ich meinen Verlust feststellen musste, aber Traenen sind auch nich aus Fleisch, also den Verlust hinnehmen, tief durchatmen, einmal in die Runde schauen, sich bewusst machen, dass man grad im HIMALAYA ist und weiter laufen. Hatte schliesslich noch einiges an Weg vor mir!
Jetzt gings ab von der eigentlichen Everest Base Camp - Route um den ersten meiner 3-Paesse-Route zu laufen.
Ich hab in dem Ausgangs-"Dorf" mal wieder ein lokales Restaurant ausgemacht in dem die Sherpas essen, in dem das Essen ca die Haelfte kostet von dem auf den Lodges und beim Dhal Bhat gibt es Refill bis man platzt. Also genaus das richtige fuer einen hungrigen Trekker wie mich. Mir wurd dann auch angeboten kostenlos mit dem Sherpas auf den Baenken im Essensraum zu schlafen, ein Angebot, dass ich bei den kalten naechstlichen Aussentemperaturen gerne angenommen hab.
Von dieser ausgangsbasis gings am naechsten Tag ohne Gepaeck auf einen Tagesmarsch in Richtung Base Camp der Island Peak. Auch hier braucht man zur Besteigung einen Guide und eine spezielle Permit (wieder ca 350 Euro) aber das Base Camp wollte ich mir mindestens mal anschauen. Ausserdem war es gut zur Akklimatisierung in der Hoehe.
Bei strahlendem Sonnenschein lief ich also die leichte Strecke entlang mit herrlichen visuellen Eindruecken:
Das Base Camp vom dem die Island-Peak-Besteigungen beginnen
Die schmelzenden Gletscher bilden hier einen See...aber laengst nicht so schoen klar wie der unterhalb des Ama Dablam.
Eigentlich war der Weg recht einfach doch immer wieder verlangte es mich mich hinzulegen und auszuruhen. Lag das an der Hoehe? Oder einfach in der Gemuetlichkeit in der strahlenden Sonne? Naja, wird sich schon geben.
Abends gabs dann wieder eine gemuetliche Runde um den Ofen (der uebrigens mit Yak-Scheisse befeuert wurde). Leider beschraenken sich meine Nepali-Kenntnisse weiterhin aufs grundlegenste weswegen der Groesstteil der Konversation an mir vorbei ging. Aber allein die Sherpas lachen und schwerzen zu hoeren war ein schoenes Gefuehl (wieviel sie dabei wohl ueber den komischen deutschen gelacht haben der eher bei ihnen sass als in der bequemeren Lodge...?).
Am naechsten morgen ging es wieder ohne Gepaech auf einen nahegelegenen Berg mit schoenen Aussichten.
Ueber den Wolken......!
Oben!
Auch bei dieser Besteigung merkte ich, dass mir das Laufen sehr schwer fiel und ich extreme Anstrengungen hatte immer wieder einen Fuss vor den anderen zu setzen. Na, vielleicht wirds ja nachher besser wenn ich meine eigentliche Route fortsetze.
Zurueck am Haus war es bereits 11Uhr. Ich nahm zur Staerkung noch ne Art Eintopf zu mir, dann hiess es Rucksack auf und auf zum ersten Pass, also von grade 4900 metern Hoehe auf 5530 und hinten wieder runter auf 4700. Da es schon spaet war beschloss ich unterwegs zu campen und am naechsten Tag dann den Pass zu vollenden.


Die Ausblicke waren herrlich doch dieses komische kraftlose Gefuehl in den Beinen blieb bestehen. Jeder Schritt war eine neue Ueberwindung und immer wieder musste ich mich hinsetzen und ausruhen. Doch anstatt dass eine solche Rast Besserung mit sich gebracht haette war mir danach immer total schwindelig und ein Anblick des Weges mit einem laengeren Anstieg brachte mir Schweissausbrueche. Was war nur los? Genau deswegen war ich doch hier, wegen der Anstrengung, wegen der Herausforderung. Ich war doch schon auf meinem letzten Trek bis auf 5300 Meter hoch angestiegen, kannte also die Auswirkungen der Hoehe, doch das hier war etwas anderes. Es fuehlte sich an, als haett mir jemand jegliche Kraft aus den Beinen genommen, jegliche Motivation aus meinem Koerper, saemtliches Blut aus den Adern.
Ich schimpfte innerlich mit mir selber und trieb mich weiter vorwaerts. Langsam, langsam, dann werd ichs schon schaffen.
und ein Rundumblick sollte ja auch motivierend wirken bei diesem gigantischen Panorama!
Doch ich kam wirklich nur sehr langsam voran und als es nich mehr ging schleppte ich mich noch bis zum naechsten Rinnsal um Wasser fuer Essen und Trinken fuer die Nacht zu haben und beschloss dort mein Lager aufzuschlagen. Doch auch die Aussicht auf eine erholsame Nachtruhe konnte mich mir keinen zusaetzlichen Energieschub verpassen und so sass ich ca 20 Minuten vor meiner Zelttasche und bekam allein beim Gedanken an die Strapazen des Aufbauens Schweissausbrueche. Doch irgendwann gab ich mir dann einen Ruck und laaaangsam und mit vielen Erschoepfungspausen hab ichs dann schliesslich geschafft mein Zelt aufzubauen und meinen Rucksack und Schlafsack darin auszubreiten (normalerweise dauert der ganze Vorgang vielleicht 20 Minuten).
Bei mittlerweile doch sehr frostigen Aussentemperaturen zwang ich dem kleinen Baechchen etwas Wasser fuer heissen Tee und Nudelsuppe mit Reis ab.
Doch dann kam der naechste Schock: Mein Gaskocher wollte partout nich anspringen. Ich hoerte das Gas stroemen und den Funken springen doch die erhoffte Flamme blieb aus. Ich nahm die Gasflasche mit in meinen Schlafsack und waermte sie dort auf doch auch das half nicht. Meine Feuerzeuge erzeugten in der Hoehe eh nur Funken und Streichhoelzer hatte ich nicht! Ein Lektion die mir hier sehr hart beigebracht wurde. Denn ich hatte auch Esbit-Wuerfel dabei die jedoch bei dieser Feuchtigkeit auf keinen Fall nur mit einem Funken zu entzuenden waren. Also musste ich mich meinem Schicksal ergeben und die Nacht ohne der herbeigesehnten Tee und warme Mahlzeit verbringen. Jetzt haett ich meine Wurst gut gebrauchen koennen doch es blieben mir nur ein paar trockene Kekse. Ich nahm eine Flasche einkalten Schmelzwassers noch mit in meinen Schlafsack um diese mit meiner Koerperwaerme wenigstens einigermassen trinkbar aufzuwaermen. zum Glueck funktionierte mein MP3 Player sodass ich wenigstens Musik zur mentalen Unterstuetzung hatte. Nachts wachte ich immer wieder auf, zum einen weil ich unbequem lag, zum anderen weil ich Durst hatte. Ich wusste die Wasserflasche in meinem Ruecken, doch haette ich mich umdrehen muessen um sie zu erreichen. Doch meine Verfassung war zu dem Zeitpunkt so schlecht, dass ich mir oft vorstellte ich wuerde mich umdrehen und etwas trinken, doch der wirkliche Antrieb und die Kraft und dann tatsaechlich zu tun fehlten mir vollkommen. Ihr muesst euch das glaub ich wie ne richtig fette Grippe vorstellen bei der man so kraftlos ist, dass man sich nicht mal richtig aufsetzen kann ohne fremde Hilfe. So hab ich mich gefuehlt dort oben allein in den Bergen - absolut kein schoenes Gefuehl!
Irgendwann hab ichs dann doch geschafft mich umzudrehen, doch das war tatsaechlich ein Kraftakt bei dem ich danach erstmal ne Minute nach Atem ringen musste.
Doch auch diese Nacht ging vorbei und der naechste Morgen kam. da ich mich allerdings in einem Tal befand (nicht nur psychisch) liessen die waermenden Sonnenstrahlen lange auf sich warten bis sie mein Zelt erreichten und ich mit ihnen die Motivation fand aus meinem Schlafsack zu krabbeln und meine Sachen zu packen. Allein das war schon wieder ein riesen Aufwand - sowohl kraefte- als auch motivationsmaessig! Hatte der Schlaf also nicht so viel gebracht :(
Noch waehrend des einpackens, so gegen 8Uhr morgens kamen einige Hiker den Weg entlang die meinten dass sie morgens um 6 gestartet waren. Hatte ich gestern wirklich nur so wenig geschafft? Ohhh nein, dementsprechend viel hatte ich wohl noch vor mir! Sie waren ohne Gepaeck, wollten nur mal eben auf den pass und dann wieder zurueck. Nach kurzem Plaeuschchen wuenschte ich ihnen Spass und sie gingen ihren Weg. wie haetten sie mir auch helfen koennen? Erst kurz danach kam mir der Gedanke nach Streichhoelzern zu fragen und so packte ich weiter meine Sachen und zog langsam selber dem Pass entgegen. Also sie mir wieder entgegen kamen und meinten es waer nur ne Stunde bis zum Pass von unserem ersten Treffpunkt wusste ich nich so recht was ich davon halten sollte, denn ich war meinerseits schon ne Stunde unterwegs, war aber nicht sonderlich weit gekommen. Zum Glueck hatte aber einer von ihnen Streichhoelzer mit denen ich auch meinen kocher anbekom und so gab es erstmal eine verdiente warme Staerkung. Vielleicht gings ja danach besser.

Etwas warmes im Magen bringt hoffentlich die noetige Kraft und Staerke zurueck!
An schoenen Ausblicken mangelte es auch nicht...
...doch allein der Ausblick auf den Pass bereitete mir schon wieder Magenkraempfe. Da sollte ich noch hoch?
Mensch, Alex, wo is dein Elan geblieben? Reiss dich zusammen und mach dich an den Aufstieg! HOCH DA!!
Laaaangsam und nach mehreren Stunden mit vielen vielen Pausen mittendrin erreichte ich dann doch tatsaechlich den Pass. Normalerweise kenn ich es von mir, dass wenn ich einen Gipfel oder Pass erreiche, sich bei mir ein Hoehegefuehl einstellt dass mir nochmal zusaetzlich Motivation und Kraft gibt doch auch das blieb hier oben aus. Nach 5 Minuten fand ich grad mal die Kraft den Fotoapperat vom Rucksack zu nehmen und die Eindruecke und Ausblicke per Bild festzuhalten.
Wie immer war alles mit Gebetsfahnen vollgehaengt.
Doch dann hiess es langsam auf der anderen Seite wieder runter, denn ich hatte viel zu lange fuer den Aufstieg gebraucht und aus dem Tal stiegen schon die ersten Nachmittagswolken auf.
Die Wolken sehen zwar genial aus, verheissen aber nichts Gutes fuer die
Sicht fuer den Abstieg. Und auch meine koerperliche Verfassung hatte
sich noch nicht gebessert sodass auch der Abstieg sehr langsam voran
ging. Ueber steile Geroellfelder war es auch nich grad angenehm zu gehen
und meine Konzentration und Trittsicherheit war zusammen mit meiner
Kraft am Boden.
So
kam es dass ich auch an diesem Tag die naechste Stadt nicht erreichen
konnte sondern eine weitere Nacht unterwegs verbringen musste. Zum
Glueck fand ich zwischen alle den Steinen eine kleine Sandflaeche die
sich als Stellplatz fuer mein Zelt eignete.
Ein doch sehr bequemes Plaetzchen mitten im Geroellfeld.
Abends
musste ich dann wieder Wasser holen, doch vor irgendwo vernehm ich ein
leises Plaetschern. Doch der kleine Ausflug entwickelte sichin meinem
Zustand wieder zu einer wahren Odyssee. Doch schliesslich hatte ich
Wasser und nach mehreren Strapazen stand auch wieder men Zelt. Also rein
da und erstmal nen heissen Tee trinken. Ich hatte schon Wasser im Topf
neben mir stehen und zuendete ein Streichholz an. Doch der Gashahn vom
Kocher klemmte leicht und waehrend ich daran hantierte brannte das
Steichhlz in meiner Hand so tief herunter dass ich mich verbrannte und
zurueckschreckte. Dabei rutschte die Streichholzpackung vom Schlafsack
genau ins den Wassertopf. Selbst eine schnelle Rettung konnte nichts
daran aendern: Die Streichhoelzer waren nass und liessen sich nicht mehr
entzuenden! Wieviel Rueckschlaege kann ein einzelner Mensch ertragen???
Ich nahms aber irgendwie mit Galgenhumor und kramte einige Kekse
hervor. Ploetzlich kam mir der Gedanke es doch noch mal mit dem Funken
zu probieren! Meine eine Hand umklammerte den Kocher waehrend die
eisigen Finger der anderen den Gashahn aufdrehten und den Funkenerzeuger
drueckten. Einmal, zweimal und tatsaechlich klappte es in dieser Hoehe
schon wieder und eine waermende Flamme legte sich ueber den Kocher. Ihr
koennte euch nicht vorstellen war das fuer ein Hochgefuehl war!!!
Freudig machte ich mir erst einen heissen Tee und anschliessend eine
staerkende Nudel-Reis-Suppe! Wenigstens die Nacht war gerettet.
Doch
der naechste Morgen startete wie der letzte Abend...wenn nich sogar
noch schlimmer: kraftlos, erschoepft und voellig ausser Stande mehrere
Schritte hintereinander ohne Pause zu tun schleppte ich mich nach
anstrengendem Zelteinpacken (alles war gefroren, ich musste sogar die
Zeltstangen anhauchen um sie auseinanderzu bekommen) weiter talabwaerts
richtung naechstem Dorf. Kurz nach dem Aufbruch kamen mir ein paar
aeltere Herren entgegen die grad auf ihrem Weg nach oben waren.
Irgendwie deprimierend wenn ich mich so mit denen verglich.... Sie
meinten bis zum Ort waeren es noch ca 1 Stunde, ich rechnete also mit 2
fuer mich. Der letzte Abschnitt fuehrte ueber einen Gletscher der aber
nur aus riesigen Geroellbergen bestand. Allein der Anblick des
staendigen auf und ab schockte mch schon wieder und mit meiner schwachen
Trittsicherheit und fehlenden Kondition musste ich immer wieder Pausen
einlegen. Gedanken wie "Jetzt reiss dich zusammen und geh langsam
weiter!" wechselten sich staendig mit "Das schaff ich niemals!" in
meinem Kopf ab. Ich kenn mich da wenig aus aber so muessen sichMenschen
mit Depressionen fuehlen: Einfach kraftlos irgendwelche
Herausforderungen oder Aufgaben zu meistern. Ich habs dann laaangsam
laaaangsam zum Glueck doch geschafft irgendwann das rettende Dorf zu
erreichen und dort in einer Lodge im Aufenthaltsraum wenigstens wieder
einigermassen zu Atem zu kommen.
Beim
Gespraech mit einem anderen Brgsteiger erfuhr ich, dass er eine
aehnliche Erfahrung auch schonmal gemacht hat und dass Auswirkungen der
Hoehenkrankheit sind. Hatte ich denn nicht genug aufgepasst? War ich zu
schnell angestiegen? Aber auf jeden Fall koennte das meinen
koerperlichen Abbau erklaeren.
Auf
sein Raten hin fing ich an Tabletten gegen die Hoehenkrankheit zu
nehmen und da eh grad ein Wetterumschwung stattfand und draussen ein
kleiner Schneesturm herrschte beschloss ich den Rest des Tages mit auf
der Huette Ruhe anzutun und auf den morgigen Tag zu hoffen. In weiteren
Gespraechen erfuhr ich, dass ein franzoesischer Triathlet 2 Tage zuvor
am Kalapathar (der Berg neben dem Everest Base Camp, eigentlich auch men
naechstes Ziel ewesen waere) an der Hoehenkrankheit gestorben ist.
Einem anderen ist auf Grund des Drucks ein Augapfel geplatzt, mehrere
mussten vm Helikopter gerettet und ins Tal geflogen werden. All diese
Geschichten liessen mich ins Gruebeln kommen. Eine Fortsetzung der
3-Paesse-Route hatte ich schon fast ausgeschlagen, aber doch wenigstens
den Kalapathar! Wenn ich schonmal hier bin und so nah daran: nur 3
Stunden bis zum naechsten Dorf und von da 2 Stunden nach oben. Ich
koennte langsam machen, dann isses doch bestimmt moeglich. Ich endschied
den naechsten Morgen abzuwarten.
Trotz meines Essens ausserhalb der Lodge in einem Sherpa "Restaurant" konnte ich fuer guenstiges Geld in der Lodge schlafen.
Mit 2 Decken und nem Schlafsack wurd mir mal wieder richtig schoen warm.
Doch
trotz der komfortablen Nacht gings mir am naechsten Tag immer noch
nicht besser sodass ich beschloss weiter abzusteigen ins 300 meter
tiefer gelegene Dorf. Der Abstieg war eigentlich leicht doch fuer mich
wackelig und so war ich froh als ich dort nach ca 1,5 Stunde heile
ankam. Doch auch ein weiterer Nachmittag und eine weitere Nacht hier
brachten keine Verbesserung und so stieg ich weiter ab. Im naechsten
Dorf war ein kleines Krankenhaus das sich auf Hoehenkrankheit
spezialisiert hatte und so zahlte ich die 50 $ Gebuehren und liess mich
durchchecken. Ich konnte kaum gradeaus laufen, mein Kreislauf spielte
verrueckt und meine Beine fuehlten sich an wie Pudding. Der Arzt meine
ich haette die Hoehenkrankheit und zwar das sogenannte Haze bei dem das
Hirn anschwillt und man deswegen s benommen ist. Ja ungefaehr so wie es
klang fuehlte mein Kopf sich auch an.
Er
gab mir einige Tabletten, meinte ich sollte den Tag noch hier bleiben
um beim Abstieg keinen Sturz zu riskieren und dann morgen weiter
absteigen. Tja, das waren sie dann wohl, meine weiteren Plaene. Schade!
Doch ich schaute mir meine bisherigen Bilder auf der Kamera an,
erinnerte mich dara was ich bisher erlebt hatte und beschloss dass es
dennoch ein wunderschoener Trip gewesen war. Dann muss ich also einmal
im Urlaub wiederkommen und Kalapathar und die restlichen 2 Paesse
nachholen. ICH KOMME WIEDER!!!
Am
naechsten Morgen gings mir wirklich schon besser - auf jeden Fall gut
genug vorsichtig weiter abzusteigen. Ich lief bis Tangbouche, meinem
Lieblingsort. Der Wirt erkannte mich sofort wieder, er gab mir was
kostenloses zu Essen und Trinken, liess mich vor seiner Huette noch
meine Nudelsuppe kochen, liess mich kostenlos im Aufenthaltsraum
schlafen und gab mir fuer die Nacht sogar noch nen Snickers (sowas
bedeutet in de Bergen ein Menge, fast soviel wie Wurst!!!). Nachdem er
mir morgens auch noch nen Toast mit Honig und nen Kaffee aufgezwaengt
hatte gings fuer mich gestaerkt weiter. Mit teils sehnsuechtigen teils
gluecklichen Blicken dass alles so glimpflich ausgegangen war schaute
ich noch oft in die Bergpanoramen zurueck:
Der eine Gipfel von dem die Schneewolke weht ist uebrigens der Mount Everest!
Nach
einer weiteren Nacht (ich wollte eigentlich draussen neben einem
Wasserfall schlafen, doches fing an zu regnen beim Bereiten des Platzes
und so hab ich mich gemuetlich in eine Lodge verzogen und heimlich in
meinem Zimmer gekocht :) ) erreichte ich gegen Mittag Lukla. Ich hatte
beschlossen zurueck zu fliegen da mir ein weiterer 5-Tages-Marsch hoch
und runter weiterhin Bauchschmerzen verursachte. Ich hatte bei meinem
ersen Aufenthalt einen Anbieter gefunden der den Flug fuer 120$ anietet
(alle anderen nehmen 140) doch konnte ich das Buero nicht wiederfinden,
wusste auch nicht ob es noch geschlossen war da die meisten Bueros erst
gegen 3 aufmachten. Und so entspannte ich ein bisschen in der Sonne, und
irrte suchend umher. Gegen 15Uhr kam ichan ein Buero und fragte ob ich
auch einen Flug fuer 120$ bekommen koennte. Nach anfaenglichem abwehren
bekam er einen Anruf und meine ich solle warten, er sei in 5 Minuten
wieder da. Schon nach 2 Minuten kam er, meinte ob ich jetzt fliegen
wollen wuerde und ich meinte das waer super. Ich sollt schnell mit ihm
kommen, ein Helikopter wuerde fliegen. Ich wusste dass bei Nebel
Helikopter flogen die aber mehr als das doppelte kosteten. Ich meinte
ich koennte nicht mehr zahlenaber er meinte, nee fuer 120$. Ich glaubte
zu traeumen. Kann ich wirklich mit dem Heli fliegen fuer weniger als
jeder andere fuer den Flug zahlt. An der Abflugstelle dauerte es dann
nochein bisschen, Helis kamen, flogen dann aber weiter in die Berge und
alles wirkte nicht sehr offiziell. Dann meinte der Typ aber der Heli
kommt gleich, ich zahlte ihm umgerechnet 120$ und dann landete mein
Heli, ich rannte mit Rucksack und gebuecktem Kopf dorthin, warf mein
Gepaeck auf die Rueckback und nahm daneben Platz. Vorne sassen 2, auf
der 3er Bank hinten war ich alleine. Geil, es klappt wirklich!






Und schon
heut Abend werd ich nach ca 20 Tagen endlich mal wieder ne warme Dusche
nehmen koennen!!! Kurze Zeit spaeter schon schwoll das Droehnen der
Motoren an und wir hoben vom Boden ab, Ziel Kathmandu! Der Himmel war
leider etwas bewoelkt doch der ca 50 Minuten Helikopterflug durch die
Berge war ein geiler Abschluss eines doch alles in allem sehr geilen
Trekkingtrips. Mit allen Hoehe und Tiefen!
Jetzt
bin ich wieder in Kathmandu, fress mir die verlorenen Kalorien wieder
an und geniess ein paar Tage die Vorzuege der Stadt.Doch morgen gehts
wohl wieder weiter auf nen kleinen Trip in ein Nachbardorf fuer ein 3
Taegiges Zelttrekking - aber in moderaten Hoehen :) Genaueres erzaehl
ich euch dann beim naechsten Mal!
Erstmal
Respekt an alle die die solange durchgehalten haben aber ich musste es
einfach los werden und sehe diesen Blogg auch als Tagebuch fuer mich.
Also lest soviel ihr wollt, den Rest bekommtihr dann vielleicht
irgendwann persoenlich erzaehlt!
Liebe Gruesse aus Kathmandu!
Alex