Freitag, 16. Mai 2014

Ab in die Anden - Teil 1: Ishinca

Zuerst ein kurze Info:
Da Andi Fotoechnisch mit Spiegelreflex Kamera und Videokamera und auch Jo mit einem besseren Fotoapperat als ich ausgestattet waren hab sie meist das Fotografieren uebernommen. Ich stelle hier ein paar von meinen Fotos rein um euch mal nen kleinen Eindruck zu vermitteln, mit dem anderen Material wird aber im Anschluss noch ein richtiger Film entstehen den ich euch dann natuerlich auch nicht vorenthalten werde. So aber nun erstmal zum Bericht:

Nach einem erfolgreichen Zusammentreffen mit Andi in Lima und einigen organisatorischen Erledigungen gings dann auch bald schon weiter mit dem Bus nach Huaraz, der Ausgangsbasis fuer unsere geplanten Bergtouren.
Leider war das Wetter zuerst noch ziemlich verhangen sodass wir das tolle Panorama drum herum nicht wirklich mitkriegen konnten doch als die Wolken mal aufbrachen lichtete sich der Blick auf einige der umliegenden schneebedeckten Berge. Unsere Vorfreude war auf jeden Fall schon gigantisch.

Eine letzte Staerkung vor dem Bergabenteuer. Fuer Jo liefs leider nich so gut da er sich beim Menue-Roulette (wir bestellen immer etwas was wir nicht kennen und hoffen auf was schmackhaftes) diesmal etwas verschaetzt hat und somit mit zaehen Huehner-Nieren geendet ist. Also das Laecheln auf dem Bild ist gestellt :)
Nach 2 Naechten Aklimatisierung ( Huaraz selber liegt schon auf 3100m) und den noetigen Besorgungen wie Verpflegung und Ausruestung ausleihen gings mit nem Taxi in das naechstgelegene Dorf und von da aus endlich zu Fuss weiter in Richtung Basislager.


Am Ausgangspunkt wurde erstmal fleissig dokumentiert.
Hier eine Dokumentation der Dokumentation :)

Unser Team

Jo, seine erste richtige Bergtour


Andi, sehr stolz auf seine KURZEN professionellen Wandershorts
(sorry Andi fuer dieses doch sehr intime Foto :P )
und meiner einer, ausgestattet mit hoechst technischer Sonnenbrille
fuer 8 Euro von der peruanischen Strassenecke :)

Leider kam die Sonnenbrille am Anfang nich allzu lange im Einsatz da es gegen Abend das Regnen anfing....passend zur Zeltplatzsuche :/ Wir haben uns entschlossen den Weg zur Berghuette aufzuteilen um nich direkt von 3100 auf 4300 Metern aufzusteigen. Meine Erfahrung im Himalaya mit der Hoehenkrankheit hat mir gereicht! Leider gabs spaeter doch noch einen Zwischenfall aber davon im weiteren Verlauf.


gluecklicherweise war Andi gut ausgestattet und wir konnten es uns
trotz Regen unterm aufgespannten Tarp gemuetlich machen

Gluecklicherweise schien am naechsten Morgen schon wieder die Sonne und mit guter Atmosphere gings weiter im Tal hinauf richtung Berghuette.

Teilweise sah es aus wie im Maerchenwald

Durch sonnige Tal immer weiter...

...das Ziel, die schneebedeckten Gipfel, immer im Auge.

Bei solch herrlichen Bedingungen waren nicht nur wir zufrieden ;)

Das Panorama erinnert schon ziemlich an ein Postkartenmotiv
Gegen Nachmittag kamen wir dann an der Huette an....leider schon wieder bedeckt und regnerisch. Es war halt erst der Anfang der Saison. Ab Juni ist das Wetter bestaendiger, aber dann sind verstaendlicherweise auch mehr Touris anwesend. Wir waren die Tage voellig allein.

Natuerlich gehoert es sich fuer die Nacht nicht dem Komfort der Huette nachzugeben
sondern naturliebend im Zelt zu schlafen
Leider kristallierte sich schon gegen Abend heraus, dass es Andi immer schlechter ging und so gerieten unsere Plaene, am naechsten Morgen den Gipfel (5560m) in Angriff zu nehmen ins Wanken.
Als er dann auch nichts essen konnte war klar, dass ihm die noetige Energie fehlen wuerde, Schnell aenderten wir unsere PLaene. Zum Glueck hatten wir noch einen Reservetag, bevor Jo wieder zurueck nach Lima und von da nach Deutschland musste.
Um den Gipfel zu besteigen muesste man morgens um 1 Uhr aufstehen, um 2 Uhr los. Der Weg sollte aber an einer schoenen Lagune vorbei fuehren und so beschlossen Jo und ich wenigstens den Weg bis dahin zu testen und dort auch Jo erste Erfahrungen mit Steigeisen und Eispickel sammeln zu lassen. Ando wollten wir eine Ruhepause goennen und es einen Tag spaeter versuchen.

Aufm Weg nach oben wurde hinter einer Wegbiegung auch der Gipfel unseres spaeteren Ziels sichtbar
Da wir Zeit hatten und grad so herrlich die Sonne schien konnten wir uns eine kurze Abkuehlung nicht verkneifen...naja wobei ABKUEHLUNG bei ca 5 Grad kaltem Wasser etwas untertrieben ist.

 Achja, hatten zwar keine Badesachen dabei aber ran zoomen lohnt nicht, dafuer wars echt zu kalt :P

Ein paar Meter weiter nach oben gings dann auch schon mit dem Schnee los.

Ein herrliches Gefuehl endlich mal wieder die Steigeisen anzulegen und die Eisaxt in der Hand zu spueren

Auch Jo hat gleich Feuer gefangen und schien gleich voll in seinem Element zu sein.
Die Vorfreude auf den morgigen Gipfelansturm stieg gewaltig!

Doch auch beim Abstieg zurueck zum Zelt gabs ein tolles Panorama


Abends sah es dann so aus als wuerd es Andi besser gehen und so gingen wir frueh ins Bett und stellten unsere Wecker auf 1 Uhr morgens. Bei der Eiseskaelte nachts aus seinem warmen Schlafsack zu krabbeln kostet schon Ueberwindung aber die Vorfreude auf den Gipfel liessen uns dennoch relativ schnell aufstehen. Die Aussicht auf einen heissen Fruehstueckstee und Muesli halfen auch dabei.

...und natuerlich der Ausblick auf den Erfolg
Leider hatte Andi wieder groessere Probleme das Fruehstueck zu sich zu nehmen bzw bei sich zu behalten und so musste er nach den ersten Metern wieder umkehren und die Besteigung des Ishinca abbrechen.
Kopf hoch Andi, wir schaffen schon noch andere Berge gemeinsam!!!
Und auch wenn sowohl Jo als auch ich uns laengst nich so fit wie am Vortag fuehlten kaempften wir uns weiter...wir wollten es ja wenigstens versuchen!

Unsere Zuversicht war ohne unseren Bergguide Andi laengst nicht mehr so gross
wie unsere Gesichter auf diesem Foto ausdruecken.

Wir gewannen schnell an Hoehe und das Panorama wurd immer herrlicher.

Aber die Anstrengungen nahmen rasch zu und wir hatten ordentlich mit der Hoehe und der duennen Luft zu kaempfen.
Aber Jo kaempfte sich tapfer immer weiter den berg empor.


Aber die Aussicht und das immer naeher rueckende Ziel gaben und genug Power durchzuhalten

Wie man deutlich sieht tut die Hoehe nicht jedem gut und kann komisches Verhalten hervorrufen :)

Auf dem Sattel angekommen lud die waermende Sonne und das herrliche Panorama zu einer kleinen Pause mit Fotoshooting ein.

Die stolzen Gesichter mussten schonmal eingefangen werden:





Wer sich noch erinnert aus meinen frueheren Beitraegen: In der Wueste hatten wir schonmal eine Packung Haribo in der "Winterspass"-Edition. Tja hier passt sie wohl wesentlich besser hin :)


Allein in der eisigen Wildnis. Einsam und dennoch uebergluecklich!

Doch das war erst auf dem Sattel und damit wollten wir uns ja schliesslich nicht zufrieden geben, also hiess es nocheinmal die letzten Reserven Kraft sammeln und weiter durch den Schnee kaempfen.

Zum Glueck konnten wir einer Spur von Vorgaengern an vergangenen Tagen folgen sodass wir weniger Angst vor Gletscherspalten haben brauchten. Trotzdem war natuerlich Vorsicht geboten und wir waren vorsichtshalber mit einem Seil verbunden. 
Der Aufstieg gestaltete sich noch einmal laenger als erwartet und grad die letzte steile Schneewand raubte uns unsere letzten Kraefte doch gemeinsam haben wir es dann doch tatsaechlich bis auf den Gipfel des Ishinca auf 5560 Meter geschafft!!!
Das muesst ihr mir jetzt leider glauben denn fuer das Gipfelvideo ist hier nicht genug Platz und oben war es so nebelig dass man auch so nichts erkennen konnte! :(
Trotzdem waren wir stolz wie Oskar auf meinen bisher hoechsten und Jos ersten Gipfel!

Weiter unten beim Abstieg lockerte die Wolkendecke nochmal auf und bot uns nochmal herrliche Ausblicke ueber die Berge der peruanischen Anden

Gegen 1 Uhr nachmittags, also nach ca 11 Stunden harter Wanderung kamen wir dann endlich wieder im Tal am Zelt an. Wir waren beide voellig am Ende mit unseren Kraeften. Auch Jo, sonst ein geuebter Triathlet hatte keine Energie mehr und meinte nur, dass es das krasseste war was er je gemacht hat. Zitat: "Dagegen ist ein Triathlon ein Kinderspiel!" Na da war ich ja wenigstens nich der einzige der total am Ende war!
Nach 1,5 Stunden Mittagsschlaf gings dann schon wieder besser und auch Andi war mach etwas Ruhe besser drauf und so haben wir den Tag mit Bier und einem vernuenftigen Essen in der Huette verbracht.

Am naechsten Morgen sollte es dann zurueck nach Huaraz gehen, doch so ganz wollte uns das Ishnca-Tal nicht gehen lassen und ueberraschte uns am Morgen noch einmal mit einer weissen Schneedecke.






Beim Blick morgens aus dem Zelt wollten wir erst unseren Augen nicht recht glauben. Ca 10 cm Neuschnee ueber Nacht, und das im Mai!

Aber trotz der ueberraschenden Wetterwende stapften wir zurueck ins Tal, alle in freudiger Erwartung auf eine warme Dusche und frische Klamotten.

Weiter unten im Tal waren dann die Schneewolken verschwunden und der Tag goennte uns noch einmal einen tollen Ausblick auf die herrliche Landschaft!

Ein Blick zurueck boten Nebelschwaden einen krassen Anblick


In Huaraz wurden wir schon vom ganzen Dorf erwartet und unsere Gipfelbesteigung angemessen zelebriert :)

Schade dass Andi diesen Gipfel nicht mit uns besteigen konnte aber es ging im schnell wieder besser und nach einem kleinen Verabschiedungsabend mit Bierchen fuer Jo widmeten Andi und ich uns gleich den naechsten Gipfelplaenen...natuerlich noch ein bisschen hoeher :)

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