Freitag, 9. Mai 2014

Meine ersten Tage in Peru - die eher etwas touristische Reise - Cusco und Pisac


Nach der beeindruckenden Wuestenerfahrung gings weiter mit dem Bus nach Cusco. 

Grosse Schulparade am Hauptplatz in Cusco

Die meisten, die schonmal was von Peru gehoert haben kennen diesen Ort, da er die Ausgangsbasis fuer jeden Machu-Picchu-Trip darstellt. Da dieser Trek aber durch seinen Bekanntheitsgrad uebelst ueberlaufen und ueberteuert  ist, haben wir uns bewusst dagegen entschieden und uns stattdessen Mountainbikes ausgeliehen und und haben uns in die anliegenden Berge in Richtung des wesentlich ruhigeren Bergstaedtchens Pisac aufgemacht. Und alte Inca-Ruinen gab es unterwegs auch so viele zu sehen. 



Beruehmt bei der Inca-Bauweise: Die unglaublich akkurate Bearbeitung der Steine. Selbst nach hunderten von Jahren passen diese (ohne Zement oder aehnliches dazwischen) immernoch millimetergenau aufeinander

Unterwegs gabs dann auch noch einen kleinen Vorgeschmack auf mein Reiseziel Rio de Janeiro:

Aus Peru hat seinen kleinen Christo, der hoch ueber die Stadt wacht!
 Die Strasse, die uns in die Berge fuehrte war ordentlich steil und die Hoehenluft (wir bewegten uns auf den 3800 Meter hohen Pass zu) machte uns ordentlich zu schaffen. Hinzu kamn noch, dass wir uns die Freiheit bewahren wollten irgendwo im Freien zu schlafen und daher unsere gesammtes Camping-Equipment in einem grossen Rucksack mit und mitschleppen mussten. Den Rest haben wir in Cusco gelassen sodas immer nur einer von uns die zusaetzlichen Qualen (und das waren sie wirklich) ertragen musste. Aber naja, alles Hoehentraining fuer die spaetere Andentouren!!!

Bei einer der zahlreichen und verdienten Pausen boten die vielen schon zurueckgelegten Hoehenmeter eine wunderschoene Aussicht zurueck ins Cusco-Tal
 
Doch bald war der Sattel erreicht und uns erwartete eine herrliche Abfahrt!



Der Blick ins Tal gibt neuer Energie
Doch auch der Weg nach unten erwies sich als laenger als geplant und so erreichte uns schon bald die Dunkelheit noch vor unserem eigentlichen Ziel Pisac. Und irgendwie hatten Jo und ich, als wir an einem kleinen Dorf vorbeifuhren den gleichen Gedanken:
"Warum uns abhetzen um in die naechste groessere Stadt zu kommen, voller Touris und Laerm. Lass uns doch einfach hier fragen ob nicht irgend jemadn eine Bleibe fuer uns fuer die Nacht hat."
Und so sind wir durch das kleine peruanische Bergdorf gefahren und haben nach Leuten auf der "Strasse" gesucht. Der erste hat uns eine Auskunft gegeben, dass ein wenig die Strasse runter wohl eine Meglichkeit waere, der 2. meinte dann er haette wohl nen Unterschlupf fuer uns, allerdings ohne Licht uns so. Aber da wir ja das aussergwoehnliche gesucht haben, klang es verlockend fuer uns und wir liessen uns von ihm fuehren. Zuerst stellte er uns seiner Frau vor, die allerdings noch ihre Bedenken aeusserte, da sie ja auch ueberhaupt keine Fremden gewohnt waren. Aber wir konnten sie dann von unserer Gemuetigkeit ueberzeugen und so fuehrte uns der Mann weiter ueber dunkle Felder bis zu einem kleinen Stall. Er schloss eine Tuer auf und vor uns lag unsere Staette fuer die naechste Nacht: Ein dunkler Raum, fester Lehmboden, Rauchgeruch...also perfekt fuer ein weiteres Abenteuer. Und so willigten wir ein und freuten uns auf eine weitere erlebnisreiche Nacht. Er bot us noch an uns spaeter etwas zu Essen vorbei zu bringen und in Vorfreude auf richtiges laendliches peruanisches Essen sagten wir freudig zu.
Tja was dann allerdings ca 2 Stunden spaeter kam war zwar sehr viel aber geschmacklich eher ernuechternd: Jeweils einen Topf voller Reis und Kartoffeln mit nem Spiegelei drueber...keine Sosse, keine Gewurze, einfach so tocken. Da wir Hunger hatten assen wir schon einen Teil, konnten es aber troz des mitgelieferten warmen Tees nicht ganz runterkriegen. Dafuer leisteten und unsere Gastgeber nette Gesellschaft und fragten uns ueber Deutschland aus und erzaehlten uns interessantes ueber Peru und ihr Leben. Aber dann wars nach der langen Anstrengung endlich Schlafenszeit fuer uns. Doch beim Einschlafen hoerten wir komische Geraeusche von hinter der Wand. Zuerst dachten wir an Maeuse doch zwischen dem Fiepsen erkannte ich auch ein vertrautes Grummeln aus meiner Kindheit und ploetzlich war klar: Unsere Nachbarn waren keine Maeuse sondern Meerschweinchen!!!


In peruanischen Augen umherlaufende Leckerbissen, fuer mich eher eine niedliche Kindheitserinnerung:
Unsere 40 kuscheligen Nachbarn

Und mit solchen vertrauten Nebengeraeuschen schlief es sich trotz der lausigen Kaelte und meinem duennen Schlafsack relativ erholsam. Am naechsten Morgen kamen nochmal unsere Gastgeber mit frischem heissem Tee, den wir gerne annahmen. Danach zeigten sie uns noch ihr Erdbeergewaechshaus, wir gaben ihnen etwas Geld und dann machten wir uns weiter auf in Richtung unserem eigentlichen Ziel: Pisco!


Der Blick ins Tal war einfach herrlich und machte Lust auf mehr!

Die begruenten Berge sahen in der Morgensonne fast unwirklich schoen aus!

Leider gabs wie so oft einige Probleme mit denen man zu kaempfen hatte wie hier einen Platten, doch der hielt un nich lange auf!
Und so ging es am naechsten Morgen ausgeruht weiter durchs wunderschoene "Heilige Tal", auf selbstgesuchten Wegen.

Unsere wilde und sehr abwechslungsreiche Fahrt fuehrte uns haeufig durch winzige kleiner Gaesschen zwischen zwei Bauernhuetten. Herrliches Ambiente!

Irgendwann kamen wir dann wieder an den Fluss, mit weiterem herrlichen Ausblicken ueber farbenfrohe Felder auf die gruenen Berghaenge 

Ueber diese Holzbruecke mussten wir zum Glueck nich fahren.
Dennoch haben die felsigen Abschnitte ausgereicht, dass ich es gescafft hab die Gangschaltung meines Mountainbikes zu schrotten :(
Leider war damit das Mountainbike-Abenteuer zuende doch es hat sich wirklich mehr als gelohnt! Am naechsten Tag ging es dafuer mit einer tollen Wanderung weiter, doch das ist eine andere Geschichte und soll ein anderes Mal erzaehlt werden :P
Ich bin ja grad nen bisschen hinterher und wuerd gern schon was von unserer letzten Bergtour erzaehlen, doch alles der Reihe nach. Geduld ist schliesslich eine Tugend :)
Bis bald wieder!! Liebe Gruesse, Alex

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